Caritas schult anerkannte Migranten für die Wohnungssuche

Kurse zur Mieterqualifizierung starten diesen Monat

Der Weg zur eigenen Wohnung kann schwierig sein. Symbolbild: Arndt Krömer
Der Weg zur eigenen Wohnung kann schwierig sein. Symbolbild: Arndt Krömer

Schleiden – Der große Flüchtlingsstrom 2015 hat unser Land vor enorme Herausforderungen gestellt. In den vergangenen zwei Jahren konnte die Situation durch Unterstützungsmaßnahmen von gemeinnützigen Organisationen, neu gegründeten Initiativen und den unermüdlichen Einsatz zahlreicher Ehrenamtlicher sukzessiv gemeistert werden. Im Frühjahr stellte der Caritasverband für die Region Eifel fest, dass die ersten Phasen der Willkommenskultur, des Strukturaufbaus und der Grundversorgung der Geflüchteten sichergestellt waren. Seitdem wurden weiterführende Aufgaben für die Integration anerkannter Asylbewerber für den Träger sichtbar: Job- und Wohnungssuche liegen nun im Fokus der Arbeit. Der Wohlfahrtsverband hat daher neue Konzepte für diese beiden nächsten Schritte entwickelt. Die Unterstützung für die Wohnungssuche in Form von Qualifizierungskursen startet im Oktober.

„Mit unseren Kursen zur Mieterqualifizierung möchten wir die Mietchancen für anerkannte Migranten erhöhen“, erläutert Geschäftsführer Rolf Schneider die Hintergründe. Im Südkreis Euskirchen gebe es aktuell fast 1200 anerkannte Migranten, die aktuell Schwierigkeiten haben, eine Wohnung zu finden. Dies liege zum einen an der Tatsache, dass es vielerorts zu große und damit wenige sozialhilferechtlich angemessene Wohnungen gibt, deren Mieten das Sozialamt nicht finanziert. „Zum anderen hören wir in zahlreichen Gesprächen heraus, dass es seitens der Vermieter viele Unsicherheiten gibt: Werden die Geflüchteten mit meinem Wohnraum ordentlich umgehen? Haben sie dasselbe Verständnis von Ordnung, Sauberkeit und Instandhaltung wie ich? Was ist mit der sprachlichen Barriere, verstehen sie überhaupt die Hausordnung und den Mietvertrag? Dagegen unternehmen wir nun etwas – mithilfe unserer Mieterqualifizierung machen wir unsere neuen Mitbürger fit für den Wohnungsmarkt.“

Ab Mittwoch, 18. Oktober, will Caritas-Mitarbeiter Alexander Neubauer, zuständig für die Migrationshilfe in Mechernich, den ersten Kursus im dortigen „Casino“, Friedrich-Wilhlem-Str. 20, 53894 Mechernich, beginnen. Die Kurse sollen jedoch nach und nach im gesamten Südkreis angeboten werden. „Angedacht sind zehn bis maximal 15 Teilnehmer. Jeder Kursus besteht aus fünf Modulen zu jeweils zwei Zeitstunden. Derzeit plane ich sie in der Zeit von 17 bis 19 Uhr“, erklärt Neubauer seine nächsten Schritte. Die Module werden etwa alle zwei bis drei Tage stattfinden, so dass jeder Kurs in rund zwei Wochen absolviert werden kann. „Inhaltlich werden detailliert alle Themen bearbeitet, die man als Mieter einordnen können muss: Wo finde ich Wohnungsangebote? Wie verstehe ich ein Inserat mit seinen Abkürzungen? Was sind Nebenkosten? Und was bedeutet bei uns Ordnung, Reinigung, Mülltrennung, Lüftung und Ruhezeiten? Daran werden wir intensiv mit den Wohnungsbewerbern arbeiten.“ Die Caritas hat sich dabei an einem Konzept aus Neusäß in Bayern orientiert, deren Schulungshefte für die Maßnahmen genutzt werden dürfen. Nach erfolgreichem Abschluss – am Ende wird es einen Test geben, in dem das neu erworbene Wissen abgefragt wird – erhält jeder Teilnehmer ein Zertifikat, das den Vermietern als Qualitätsnachweis vorgelegt werden kann. Ziel ist, dass die Geflüchteten anschließend selbständig auf Wohnungssuche gehen können und genau wissen, worauf sie achten müssen. So will der Caritasverband Hilfe zur Selbsthilfe leisten.

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Weitere Informationen bei Alexander Neubauer unter der Mobil-Nummer 01 73-5 26 06 05 oder per E-Mail an a.neubauer@caritas-eifel.de

(epa)

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