Nico Gomez mit Band: Gute Gefühle herbeigesungen

Bei dem von der Kreissparkasse Euskirchen unterstützten Konzert im „Alten Casino“ Euskirchen begeisterte der Euskirchener das Publikum mit einer Mischung von nachdenklichen Songs und Partymusik

Mit viel Gefühl, aber auch Ausflügen in die Partymusik begeisterte Nico Gomez seine Zuhörer im „Alten Casino“ Euskirchen. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Mit viel Gefühl, aber auch Ausflügen in die Partymusik begeisterte Nico Gomez seine Zuhörer im „Alten Casino“ Euskirchen. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Euskirchen – „Ich möchte, dass ihr heute Abend alle mit einem positiven Gefühl nach Hause geht“, wünschte Nico Gomez seinem Publikum im „Alten Casino“ Euskirchen am vergangenen Freitagabend. Dem 27-Jährigen dürfte dies gelungen sein – sorgte der Sänger und Pianist doch zusammen mit seiner Band für über zwei Stunden Abwechslung zwischen Partylaune, nachdenklichen Songs, Tanzeinlagen sowie „Storytelling“, wofür er von seinem Publikum gebührend gefeiert wurde.

Mit sieben weiteren Musikern „rockte“ Nico Gomez das Publikum im „Alten Casino“. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Mit sieben weiteren Musikern „rockte“ Nico Gomez das Publikum im „Alten Casino“. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Bei seinem Konzert in der Stadt, in dem der ehemalige Schüler des Mariengymnasiums groß geworden ist, stellte Nico Gomez seine Starqualitäten ohne Starallüren unter Beweis. Irgendwie scheint da eher ein großer, netter Junge auf der Bühne zu stehen als ein Showman, der man als Teilnehmer der Liveshows bei „The Voice of Germany“ vielleicht hätte werden können. Doch Gomez überzeugt durch Gesangstalent, witzige „Dancemoves“ mit „Moonwalk“-Einlage und vor allem durch Texte, die direkt aus seiner Seele zu kommen scheinen – und sich durch den „Soul“ in seiner Stimme auch gleich in die Herzen des Publikums stehlen.

Persönliche Songs, die das Publikum berührten, brachte die Singer/Songwriterin Makela zu Gehör. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Persönliche Songs, die das Publikum berührten, brachte die Singer/Songwriterin Makeda zu Gehör. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

So singt Gomez über Vertrauen und losgelassene Liebe, erzählt zwischen den Songs, wie er als Kind immer dicklich gewesen sei, wovon ihm bis heute noch letzte Überbleibsel geblieben wären und untermauert das in seiner frisch erschienenen Debütsingle „Vorhang auf“ mit der Textzeile: „Ich zieh meinen Bauch ein – fühl mich gleich wie nen junger Gott!“ Dann berichtet er wieder von einer Zugfahrt durch die Eifel und besingt seine „Heimat“ – authentisch, ohne Kitsch und ergreifend. Zwischendurch bedankt sich der „Euskirchener Jung“ bei Mitmusikern und Wegbegleitern und gibt seiner Background-Sängerin Alana Alexander die Bühne frei für einen eigenen und sehr besonderen Song.

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Die Musik dazu hatte Nico Gomez geschrieben, der Text aus der Feder von Alana ist durch etwas entstanden, das die gebürtige New-Yorkerin 18 Jahre lang unverarbeitet mit sich herumgetragen hatte:

Mit ihrem Lied über den Tod ihrer Mutter berührte Alana Alexander das Publikum so sehr, dass einige Augen feucht wurden. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Mit ihrem Lied über den Tod ihrer Mutter berührte Alana Alexander das Publikum so sehr, dass einige Augen feucht wurden. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Den viel zu frühen Tod ihrer Mutter durch eine Krebserkrankung. Ganz still wurde es beim einfühlsamen Gesang zwischen Soul und Gospel, von Gomez am Keyboard mit sanften Klavierakkorden begleitet, so dass im Publikum das ein oder andere Tränchen abgewischt wurde.

Nico kann aber auch Party: Gerade bei den Hip-Hop-Songs zusammen mit Musikerfreund Simon Grohe, der bereits im Vorprogramm mit seinem Rapgesang das Publikum anheizte, kochte die Stimmung unter den mehreren Hundert Zuschauern.

Heizte dem Publikum mit deutschsprachigem Rap ein: Simon Grohe. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Heizte dem Publikum mit deutschsprachigem Rap ein: Simon Grohe. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Berührt hatte im Vorprogramm auch die Bonnerin Makeda, die als Singer/Songwriterin sehr persönliche Songs etwa über frühere Probleme mit dem eigenen Aussehen und Namen („Ich wollte Stefanie heißen oder Vanessa – heute bin ich froh, dass ich Makeda heiße!“) sang.

Ein wenig Sorgen hatte sich Nico Gomez über die Vorverkaufszahlen gemacht, denn der Einsatz von zwei Vorbands, sieben Bandmitgliedern und einem ganzen Team für die Licht- und Tonanlage ist alles andere als preiswert, auch wenn die Kreissparkasse Euskirchen das Konzert finanziell unterstützt hatte. Der Saal war denn auch gut gefüllt, aber noch lange nicht ausverkauft. Wer den Musiker aber auf der Bühne erlebt, ahnt, dass er dort keinen Moment an materielle Dinge denkt, sondern ganz in seiner Musik aufgeht, bewusst in deutschen Texten gehalten, denn er möchte hierzulande verstanden werden.  Mit Nico Gomez sorgten für einen insgesamt vielstündigen Musikabend: Schlagzeuger Maarten Hemmen, Bassist Robert Schulenburg, Gitarrist Jan Stürmer, an den Keyboards Christian Frentzen und Jan Klinkenberg und als Backgroundvocals Mediha „Mickey“ Rustempasic und Alana Alexander.

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Weil die nicht immer ganz sinnig erscheinende neue Datenschutzverordnung Musiker und Konzertveranstalter in Sachen Fotos und Videos vor ernsthafte Probleme stellt, machte Nico Gomez eine Protestaktion mit dem Publikum daraus: Als Nico von der Bühne fotografierte, drehten ihm alle den Rücken zu und taten ihre Meinung durch die bekannte Mittelfingergeste kund. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Weil die nicht immer ganz sinnig erscheinende neue Datenschutzverordnung Musiker und Konzertveranstalter in Sachen Fotos und Videos vor ernsthafte Probleme stellt, machte Nico Gomez eine Protestaktion mit dem Publikum daraus: Als Nico von der Bühne fotografierte, drehten ihm alle den Rücken zu und taten ihre Meinung durch die bekannte Mittelfingergeste kund. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Mitten im Konzert bat Nico Gomez das Publikum dann noch, sich für ein Foto aufzustellen – und bat alle, sich umzudrehen. Was die Zuhörer anfangs als Scherz empfanden, entpuppte sich schnell als ein gelungener Protest gegen die neue Datenschutzgrundverordnung, die die fotografischen Möglichkeiten von Privatpersonen stark einengt. „Ich hoffe, dass sich viele Bands davon inspirieren lassen“, so Nico Gomez.

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Eifeler Presse Agentur/epa

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