Stolpersteine gesäubert

Im Gedenken an die Novemberpogrome der Nationalsozialisten vor 83 Jahren haben Mitglieder der SPD Weilerswist zusammen mit Mitgliedern der Weilerswister Grünen die Mahnsteine von ermordeten jüdischen Mitbürgern gepflegt

Wie auch in Weilerswist erinnern in vielen Städten und Gemeinde Stolpersteine an Opfer des Nazi-Terrorregimes. Foto: Daniel Rudan
Wie auch in Weilerswist erinnern in vielen Städten und Gemeinde Stolpersteine an Opfer des Nazi-Terrorregimes. Foto: Daniel Rudan

Weilerswist – „Vor 83 Jahren begann mit den Novemberpogromen die offene Verfolgung unserer jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger in Deutschland“, so Daniel Rudan Vorsitzender SPD Weilerswist. Jüdische Geschäfte wurden verwüstet, Synagogen abgebrannt und Jüdinnen und Juden auf offener Straße gejagt, verfolgt, verprügelt, vergewaltigt und ermordet. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 mussten auch in Weilerswist jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger den nationalsozialistischen Terror über sich ergehen lassen.

In Weilerswist wurden in den vergangenen Jahren Stolpersteine zur Erinnerung an die ermordeten Mitbürgerinnen und Mitbürger vor deren ehemaligen Wohnhäusern verlegt. Vor dem Gebäude Kölner Str. 148 erinnern beispielsweise drei Stolpersteine an Bertha, Hermann und Walter Scheuer. Vier von fünf Kindern der Familie waren bereits in den 1930er Jahren ausgewandert. Die Eheleute Scheuer blieben mit ihrem Sohn Walter, der aufgrund einer Behinderung keine Einreisegenehmigung erhielt, in Weilerswist. Nach ihrer Enteignung 1939 kam die Familie in Köln unter, bevor sie 1941 nach Riga deportiert wurde, wo sich ihre Spur verliert.

Seit mehreren Jahren kümmern sich Mitglieder der SPD Weilerswist um die Reinigung der Stolpersteine auf Gemeindegebiet. In diesem Jahr haben sich auch Mitglieder der Weilerswister Grünen der Reinigungsaktion angeschlossen. Gemeinsam wurde vor Ort und bei der offiziellen Gedenkfeier der Gemeinde Weilerswist der Opfer des Nazi-Regimes in der Pogromnacht gedacht.

Daniel Rudan: „Wir müssen als Gesellschaft wachsam bleiben. Wir dürfen nicht schweigen bei Rassismus und Antisemitismus. Wir dürfen die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen. Leider versterben nun nach und nach die letzten Zeitzeugen der damaligen Verbrechen. Umso wichtiger ist es, dass wir die Erinnerung lebendig halten.“

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(epa)

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