Erstmals zeigte Zahnputzpferd Jimmy auch Erwachsenen seine Zähne

Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der NE.W in Zingsheim wurden vom Gesundheitsamt des Kreises Euskirchen zu Ansprechpartnern beim Thema Mundgesundheit geschult – Beschäftigte durften Fragen zur richtigen Zahnpflege beim Verein für Jugendzahnpflege stellen

Das berühmte Zahnputzpferd Jimmy ist auch nach über 25 Jahren immer noch ein Eisbrecher, wenn es um Zahngesundheit geht. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Das berühmte Zahnputzpferd Jimmy ist auch nach über 25 Jahren immer noch ein Eisbrecher, wenn es um Zahngesundheit geht. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Nettersheim-Zingsheim – Wer kennt es nicht, das Zahnputzpferd Jimmy, das seit über 25 Jahren auf und ab durch die Kitas und Grundschulen des Kreises Euskirchen galoppiert, um den Kindern zu zeigen, wie man sich richtig die Zähne putzt? Doch am Tag der Zahngesundheit war diesmal alles anders. Schon das Motto: „Gesund beginnt im Mund für alle“ machte deutlich, dass es in diesem Jahr nicht nur um Kinder gehen sollte. Grund genug für Kerstin Wambach, Mitarbeiterin im Sozialen Dienst der Nordeifel.Werkstätten (NE.W), beim Gesundheitsamt des Kreises nachzufragen, ob das berühmte Zahnputzpferd auch einmal in der NE.W-Werkstatt in Zingsheim seine Zähne zeigen könne.

„Wir hatten schon mehrfach im Kollegenkreis darüber gesprochen, wie man auch für unsere erwachsenen Beschäftigten ein Angebot für mehr Mundhygiene unterbreiten kann, da der eine oder die andere hier durchaus noch Unterstützung benötigt“, berichtete Kerstin Wambach. Also habe sie Kontakt mit dem Gesundheitsamt aufgenommen, und da man dort eh vorhatte, den Tag der Zahngesundheit einmal auf vulnerable Gruppen auszuweiten, habe man eine gemeinsame Aktion mit dem Kreisgesundheitsamt und dem Verein für Jugendzahnpflege im Kreis Euskirchen bei den NE.W geplant.

Für jeden NE.W-Beschäftigten gab es nicht nur tolle Tipps rund um die Mundgesundheit, sondern auch einen Zahnputzbecher samt Zahnbürste. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Für jeden NE.W-Beschäftigten gab es nicht nur tolle Tipps rund um die Mundgesundheit, sondern auch einen Zahnputzbecher samt Zahnbürste. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Um den Tag besonders nachhaltig zu gestalten, veranstaltete Christel Riepe vom Gesundheitsamt gemeinsam mit Dr. Barbara Zorn zunächst einmal eine Multiplikatorenschulung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Hier wurden die Betreuenden für das Thema Mundhygiene sensibilisiert“, so Christel Riepe. Mit der Aktion sollte keineswegs das Selbstbestimmungsrecht der Beschäftigten untergraben werden, sondern es sei darum gegangen, Anreize zu schaffen, um die Gesundheitskompetenz zu fördern und die Betreuenden in die Lage zu versetzen, bei Problemen Empfehlungen auszusprechen.

„Wir wollten in das Thema Mundhygiene neuen Schwung reinbringen“, berichtete Riepe weiter, denn Zahngesundheit sei in jedem Alter ein wichtiges Thema und Prävention vor Karies und Parodontitis nicht nur im Kindes- und Jugendalter wichtig. Um nach der Mulitplikatorenschulung die Beschäftigten direkt zu mehr Mundpflege zu motivieren, hatten die Mitarbeiterinnen des Zahnärztlichen Dienstes und Prophylaxefachkräfte des Vereins für Jugendzahnpflege im Kreis Euskirchen einen Stand in der Werkstatt errichtet, um an mehr oder weniger verschmutzten Gebissen zu zeigen, wie man sich richtig die Zähne putzt. Dabei durften die Beschäftigten auch zahlreiche Fragen stellen oder ihre ganz persönlichen Probleme mit der Zahnhygiene schildern. Eisbrecher war auch bei den Erwachsenen die Handpuppe Jimmy. Für jeden Beschäftigten gab es darüber hinaus als weiteren Anreiz für mehr Mundhygiene eine Zahnbürste und einen Zahnbecher.

Dass die Aufklärung und Gruppenprophylaxe wirke, lasse sich an den Zahlen ablesen, berichtete Christel Riepe. So sei im Kreis Euskirchen bei den Zwölfjährigen ein massiver Rückgang bei den Kariesfallzahlen zu verzeichnen. Probleme bereitet derzeit allerdings die Gruppe der Dreijährigen. „Nach der Corona-Pandemie ist die Zahngesundheit hier wieder schlechter geworden. Und auch bei den Sechsjährigen könnte sie besser sein.“ Die Gründe dafür seien vielfältig. Dennoch war sich Christel Riepe sicher, dass man durch gezielte Förderung hier in den nächsten Jahren wieder eine Besserung verzeichnen werde.

Die Idee, auch vulnerable Gruppen mehr in den Fokus der Zahnhygiene zu nehmen, begrüßte sie. „Hier müssen allerdings politische Entscheidungen getroffen werden, damit wir demnächst auch Altenheime oder Werkstätten für Menschen mit Behinderungen besuchen dürfen“, so Riepe abschließend.

NE.W-Betriebsleiter Christian Merks betonte, dass die Zahnexperten bei den NE.W jederzeit willkommen seien. „Wir freuen uns, wenn diese neue Partnerschaft von Dauer ist“, so Merks. Nicht nur in Zingsheim auch an den NE.W-Standorten in Ülpenich, Euskirchen oder Kall gebe es Bedarf für Tipps und Tricks in Sachen Mundgesundheit.

Eifeler Presse Agentur/epa

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