„Blut kann man nicht herstellen, das muss man geben!“

DRK-Blutspendemobil stoppte auf dem Parkplatz des S-Zentrums der Kreissparkasse Euskirchen – Blutknappheit immer wieder auch in deutschen Krankenhäusern

Wünschen sich wieder mehr Menschen bei der lebensrettenden Blutspende und gehen mit gutem Beispiel voran: Stefanie Berg (v.l.) Gebietsreferentin Blutspendedienst West, Daniel Ruland, stellv. Vorstand KSK, Edeltraut Engelen, stellv. Vorsitzende DRK Kreisverband Euskirchen, und Angelika Wagner, DRK-Rettungshelferin. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Wünschen sich wieder mehr Menschen bei der lebensrettenden Blutspende und gehen mit gutem Beispiel voran: Stefanie Berg (v.l.) Gebietsreferentin Blutspendedienst West, Daniel Ruland, stellv. Vorstand KSK, Edeltraut Engelen, stellv. Vorsitzende DRK Kreisverband Euskirchen, KSK-Vorstandsvorsitzender Holger Glück und Angelika Wagner, DRK-Rettungshelferin. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Euskirchen – „Manchmal muss gelost werden, wer die Blutkonserve bekommt“, berichtet Edeltraud Engelen, stellvertretende Vorsitzende des DRK Kreis Euskirchen über die Blutknappheit in manchen Situationen – wohlgemerkt nicht etwa in Feldlazaretten von Kriegsgebieten, sondern in deutschen Krankenhäusern. Sie tauscht sich gerade mit Holger Glück, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Euskirchen (KSK), aus, und zwar auf dem Parkplatz des Sparkassenzentrums Euskirchen. Denn dort steht am Mittwochmorgen das Blutspendemobil des DRK, von der KSK gerufen. Holger Glück: „So können wir mit unseren Mitarbeitenden hier vor Ort Blut spenden und helfen, Leben zu retten.“

Die 77-jährige Edeltraut Engelen erzählt Holger Glück und seinem Vorstandskollegen Daniel Ruland, warum sie trotz mancher Altersbeschwerden nicht müde wird, sich für die Blutspende einzusetzen. Aus nächster Nähe hat sie miterleben müssen, wofür die meisten Blutkonserven gebraucht werden: „Für die Krebstherapie, das ist der größte Teil. Nicht, wie viele denken, durch Unfälle.“ Bei vielen Operationen werde zudem Blut benötigt.

Keine Altersgrenze für Lebensretter

Mittlerweile habe die Wissenschaft herausgefunden, dass Blut von älteren Menschen genauso für die Blutspende geeignet ist wie das von jüngeren. Deshalb ist die Altersgrenze zur Blutspende gefallen. Jeder Mensch in gutem Allgemeinzustand ab 18 Jahren und einem Mindestgewicht von 50 Kilogramm darf Blut spenden. „Wichtig ist, nicht nur vor, sondern um die Blutspende herum viel zu trinken. Und zwar immer, nicht nur an so heißen Tagen wie heute“, so Engelen. Dann werde die Blutspende in der Regel auch gut vertragen. Sie verheimlicht nicht, dass in unserer sich stark verändernden Gesellschaft die Bereitschaft zur Blutspende zurückgeht, verstärkt bei der jüngeren Generation. Dies würde bereits jetzt zu gefährlichen Engpässen führen, gerade in den Urlaubszeiten. Deshalb appelliert sie gemeinsam mit den Mitarbeitenden der Kreissparkasse Euskirchen, Blut zu spenden. Es könne schließlich jederzeit jeder Mensch selbst lebensnotwendig auf eine Blutkonserve angewiesen sein.

Holger Glück: „Blut kann man nicht künstlich herstellen, das müssen Menschen geben. Das Bewusstsein hierfür müssen wir schaffen, und das tun wir mit Blick auf unsere Mitarbeitenden.“ Daniel Ruland hatte exakt eine Woche zuvor bei der großen Stiftungsveranstaltung der KSK geholfen, mehr als 720.000 Euro für gemeinnützige Projekte zu verteilen: „Aber unser Motto ist ja ,Weil’s um mehr als Geld geht‘ – und hier geht es um mehr. Die Gesundheit ist das höchste Gut, und wenn wir da anderen ein wenig helfen können, ist das das Schönste!“ Blutspende-Termine findet man im Internet unter www.drk-eu.de, dort gibt es auch Kontaktmöglichkeiten, wenn man – wie die Mitarbeitenden der KSK – mit einer größeren Gruppe Blut spenden möchte.

Eifeler Presse Agentur/epa

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