NEW feiern 30. Geburtstag ihrer Werkstätten für Menschen mit psychischen Einschränkungen

Alle Interessierten sind eingeladen, am „Tag der offenen Tür“ einen Blick in den normalen Arbeitsalltag der Werkstätten zu werfen – Großes Leistungsspektrum und vielseitiger Berufsbildungsbereich werden präsentiert

NEW-Geschäftsführer Wilhelm Stein (rechts) und Markus Wilden, Leiter der Werkstattstandorte Kuchenheim und Kall, freuen sich auf die Besucher am „Tag der offenen Tür“ in Kuchenheim. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
NEW-Geschäftsführer Wilhelm Stein (rechts) und Markus Wilden, Leiter der Werkstattstandorte Kuchenheim und Kall, freuen sich auf die Besucher am „Tag der offenen Tür“ in Kuchenheim. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Euskirchen-Kuchenheim – Seit September 1982 ist Wilhelm Stein nun schon Leiter der Nordeifelwerkstätten. „Mir kommt es vor, als ob ich erst gestern angefangen hätte“, sagte er kürzlich in einem Gespräch. Besonders gut könne er sich noch an den Aufbau der NEW-Werkstätten für Menschen mit psychischen Erkrankungen und Einschränkungen erinnern, die am Donnerstag, 8. Juni, in Kuchenheim bereits ihren 30. Geburtstag feiern.

„Wir suchten damals einen Ort für eine Werkstatt, die zentral und verkehrsgünstig gelegen von den Menschen mit seelischen Erkrankungen und Behinderungen gut zu erreichen war“, erinnert sich Stein. Zunächst habe das Bundesvermögensamt das ehemalige belgische Kasino in Euskirchen an der Kommerner Straße zur Verfügung gestellt, wo man am 1. Juni 1987 mit 60 Werkstattplätzen gestartet sei. Damals sei auch die Umbenennung der „Werkstatt für Behinderte“ in „NEW Nordeifelwerkstätten“ erfolgt.

Der große Zuspruch, den die Euskirchener Werkstatt schon bald darauf genossen habe, habe zwangsläufig zu einer Erweiterung geführt. Von der Stadt Euskirchen erwarb man daher ein Grundstück im Gewerbegebiet Kuchenheim. Ausschlaggebend für die Standortwahl war die gute Anbindung des Gewerbegebietes an den ÖPNV. „Nach 18-monatiger Bauzeit wurde dort unsere neue Werkstatt, die Platz für 85 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bot, am 1. Mai 1994 fertiggestellt“, erinnert sich Wilhelm Stein.

1995 erfolgte dann in Kuchenheim die Fertigstellung eines Anbaues für Gärtner und Landschaftspfleger, der 25 weitere Plätze bot. Bereits 1999 wurde eine weitere Werkhalle mit 36 Plätzen angemietet, so dass nun Arbeitsplätze für 146 Menschen zur Verfügung standen. Sechs Jahre später mietete man noch eine Halle mit 24 Plätzen an und erweiterte Küche und Kantine am Standort. Noch weitere Anmietungen und Käufe von Nachbargebäuden waren im Laufe der Jahre notwendig, um dem stetig ansteigenden Bedarf an Werkstattplätzen gerecht zu werden. Heute arbeiten bereits 320 Menschen mit seelischen Erkrankungen und Behinderungen am Standort Kuchenheim.

Folgender Artikel könnte Sie auch interessieren:
Integratives Konzert mit Mittelmeer-Flair

„Neben der Arbeit und dem Geld sind die Tagestruktur und die Möglichkeit, soziale Kontakte zu knüpfen wichtige Bestandteile der Werkstatt“ weiß Eugen Gossen zu berichten, der von Anfang an dabei ist.

„Ein wichtiger Tag war für uns der 2. Oktober 2009. Damals starteten wir in Kuchenheim mit dem Integrationsunternehmen EuLog, dem Euskirchener Lager- und Logistikservice. Von nun an konnten wir endlich eigene Arbeitsplätze auf dem 1. Arbeitsmarkt für Menschen aus unseren Werkstätten anbieten“, erinnerte sich Markus Wilden, Leiter der Werkstattstandorte Kuchenheim und Kall. Seit dieser Gründung hätten viele der Werkstattmitarbeiter sich und ihre Fähigkeiten erprobt.

„Aus Anlass unseres 30. Geburtstags am Standort Kuchenheim möchten wir alle Interessierten einladen, uns einmal bei der alltäglichen Arbeit über die Schulter zu schauen“, so Stein und Wilden. Man wolle auf große Feierlichkeiten verzichten und sich lieber einmal in der normalen Arbeitssituation präsentieren. Nicht nur Kunden und Förderer, auch jeder interessierte Mitbürger sei daher herzlich eingeladen, einen Blick in die Werkstätten zu werfen und den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen bei der Verpackung und Konfektionierung von Drogerieartikeln, bei der Montage von Geräten oder bei der Arbeit im Gewächshaus zuzuschauen. Aber auch Menschen aus psycho-sozialen Einrichtungen in der Region seien herzlich willkommen.

Der „Tag der offenen Tür“ startet um 9 Uhr morgens und geht bis 15 Uhr am Nachmittag.

Eifeler Presse Agentur/epa

Kommentar verfassen