KSK-Azubis: Am Abend auf der Bühne, am Morgen beim Flashmob

Der Nachwuchs der Kreissparkasse Euskirchen stemmt zurzeit die Kaller Filiale in Eigenregie und hat dennoch Zeit, eine Förderschule zu unterstützen – Im Kaller BC herrschte Schunkelstimmung

Das Team der Auszubildenden mit Vorstandsmitglied Holger Glück (l.), Ausbildungsleiterin Anke Titz (5.v.l.) und Vorstandsvorsitzendem Udo Becker (7.v.l.) beim Azubi-Abend. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Das Team der Auszubildenden mit Vorstandsmitglied Holger Glück (l.), Ausbildungsleiterin Anke Titz (5.v.l.) und Vorstandsvorsitzendem Udo Becker (7.v.l.) beim Azubi-Abend. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Euskirchen – Bei einem konservativen Bankhaus wäre es wohl kaum möglich, dass nicht der Bankdirektor, sondern ein Auszubildender die Gäste einer Abendveranstaltung im Hauptsitz begrüßt. Doch bei der Kreissparkasse Euskirchen (KSK) traut man dem Nachwuchs der Finanzwelt so einiges zu, so dass beim Azubi-Abend Roman Sohnius, Auszubildender und gerade „Chef“ der Kaller KSK-Filiale, die zahlreichen Gäste im S-Zentrum Euskirchen begrüßen durfte. Denn bereits seit drei Wochen stemmen die jungen Leute des zweiten und dritten Lehrjahres das Beratungscenter (BC) Kall als „Azubi-BC“, wie Sohnius erklärte.

In Windeseile bauten sich die Schülerinnen und Schüler der Nikolausschule in Kall am Donnerstagmorgen zu einem Flashmob im KSK-BC in Kall auf. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
In Windeseile bauten sich die Schülerinnen und Schüler der Nikolausschule in Kall am Donnerstagmorgen zu einem Flashmob im KSK-BC in Kall auf. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

„Wir haben von der Stammmannschaft den Ball zugespielt bekommen“, so Sohnius. Im Gegensatz zur Nationalelf bei der Fußball-WM sei die Azubi-Mannschaft bereits erfolgreich durch die Vorrunde gekommen und steuere jetzt auf den Pokal zu. Dafür sorgen neben Roman Sohnius und der stellvertretenden Leiterin Vera Kettel auch Jennifer Kuffner, Nicole Bädorf, Jana  Scheiff, Alexander Uerdingen, Xhenete Alili, Lea-Marie Wittek, Svenja Jaedicke, Ralf Nöthen und Nico-Alexander Berkenkopf. „Im Notfall haben wir natürlich noch Plätze auf der Reservebank“, betonte Sohnius, und sprach damit zwei erfahrene Mitarbeiter des Kaller Sparkassenteams an, die im Hintergrund für knifflige Fälle bereit stehen.

Auch Ausbildungsleiterin Anke Titz wurde für die Spende gedankt. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Auch Ausbildungsleiterin Anke Titz wurde für die Spende gedankt. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

„Co-Kapitänin“ Vera Kettel begrüßte auch gleich die neuen Azubis, die am 1. August ihre Ausbildung bei der KSK beginnen, ehe sie an den Vorstandsvorsitzenden Udo Becker weiterleitete. Der nahm den Ball auf und sagte: „Wir, also der Vorstand, fühlen uns als Trainer der Azubi-Mannschaft. Jogi Löw muss sich gerade überlegen, wie er die Mannschaft umbauen muss. Wir müssen und wollen das nicht – denn wir haben ein Team, das die Herausforderungen gut meistert!“ Auch das mittlerweile siebte Azubi-BC, bei dem die Banklehrlinge für vier Wochen eine Filiale in Eigenregie führen, sei so wertvoll für den Lerneffekt und Teamgeist der jungen Leute, dass es keine Frage sei, ob im kommenden Jahr wieder ein Azubi-BC angeboten werde, sondern nur wo im Kreis Euskirchen.

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Mitschunkeln war angesagt bei Roman Sohnius (v.r), Rita Witt, Anke Titz, Ute Stolz und den Besuchern des BC. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Mitschunkeln war angesagt bei Roman Sohnius (v.r), Rita Witt, Anke Titz, Ute Stolz und den Besuchern des BC. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Becker hatte in seiner eigenen Ausbildung den Vorstand kaum zu sehen bekommen. Bei der KSK hingegen verbringen die Azubis nicht nur bei Veranstaltungen Zeit miteinander oder fahren mit dem „Chef“ gemeinsam zu Ausbildungskongressen, sondern begleiten auch den Vorstand einen Tag lang auf Schritt und Tritt bei ihrer alltäglichen Arbeit. Dabei hat er ein offenes Ohr für Nöte, Wünsche oder Anregungen der Jungbanker. Becker: „Heute sehen Sie mich beispielsweise ohne Krawatte – auch das war eine Idee aus einem Azubi-BC: Wir haben ausprobiert, wie eine etwas lockerere Kleidung auf die Kunden wirkt und dabei sehr gutes Feedback bekommen.“

Auch Ausbildungsleiterin Anke Titz war voll des Lobes für den Nachwuchs: „Die leisten eine fabelhafte Arbeit!“ Damit auch der Spaß nicht zu kurz kommt, besuchte Titz gerade erst das Cat Ballou Konzert in Zülpich mit dem gesamten Team.

Die Nikolausschüler hatten auch gleich einen Großteil des Publikums mitgebracht. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Die Nikolausschüler hatten auch gleich einen Großteil des Publikums mitgebracht. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Die Azubis stellten in einer Fotopräsentation ihre Ausbildung vor. Wer möchte, kann parallel zum Bankkaufmann auch noch gleich den Versicherungsfachmann absolvieren. Neben Berufsschule und praktischer Arbeit in den BCs durchlaufe man Abteilungen in den anderen Sparten des Finanzwesens auch etwa im Immobiliencenter und bekomme hochwertigen innerbetrieblichen Unterricht.

Die hohe Qualität bei der KSK bestätigte auch Alexander Krause vom Berufskolleg Kall: „Wir arbeiten gerne mit der KSK zusammen, weil die eine tolle Ausbildung mit einem engagierten Team bietet.“ Das sei leider beileibe nicht bei allen Betrieben so.

Lara und Benedikt heizten dem Publikum als Solisten ein. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Lara und Benedikt heizten dem Publikum als Solisten ein. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Am anderen Morgen hatten die Azubis schon wieder einen neuen Einsatz. Pünktlich um 11.30 Uhr marschierten Dutzende von Kinder der St.-Nikolaus-Schule bewaffnet mit Musikinstrumenten in das Beratungscenter der KSK in Kall ein. Direkt vor den Schließfächern baute sich der Tross in Windeseile auf, installierte sogar eine Verstärkeranlage und ließ wenig später „Dreimol Null es Null es Null“ erklingen. Dabei handelte es sich nicht um einen vorgezogenen Start in die fünfte Jahreszeit, sondern um einen sogenannten Flashmob. Obwohl man zugeben muss, dass die beiden Grundzutaten für einen solchen, nämlich, dass die Teilnehmer sich nicht persönlich kennen dürfen und ungewöhnliche Dinge tun, hier nicht ganz gegeben waren. Denn die Nikolausschüler kennen sich untereinander mehr als gut und taten, was sie am liebsten tun, nämlich fröhliche Stimmung zu verbreiten.

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Aber einen Anlass wie beim Flashmob gab es dennoch: Die Azubis im Kaller BC versuchen den Kunden nämlich zurzeit das kontaktlose Bezahlformat „S-Payment“ ans Herz zu legen. Dabei legt man die Karte einfach auf ein dafür vorgesehenes Feld und kann so eine Überweisung tätigen. Die Kunden konnten dabei aus Testzwecken einen Euro überweisen, der den Schülerinnen und Schülern der St.-Nikolausschule zugutekommt. Versüßt wird die kontaktlose Bezahlung durch ein kleines Webepräsent der KSK.

„Unsere Auszubildenden haben bereits an die 500 Euro an Spendengeldern eingenommen“, freute sich Ausbildungsleiterin Anke Titz. Wer noch mitmachen möchte, könne dies noch bis Ende nächster Woche tun. „Das gesamte Geld geht dann an die Nikolausschule.“

Und dies war auch der Grund für den plötzlichen Flashmob im Kaller BC. Denn die Kinder wollten sich mit dieser Aktion einfach bei den Azubis für die Spende bedanken.

Der derzeitige „Filialleiter“ Roman Sohnius dankte den jungen Leuten auf recht charmante Weise für ihr Konzert und betonte, dass sie selbst demjenigen den Tag gerettet hätten, für den er nicht so gut begonnen habe. Mit „Über den Wolken“, „Heut ist so ein schöner Tag“ und „Achterbahn“ verabschiedeten sich die Nikolausschüler wieder aus dem BC.

Schulleiterin Andrea Luxenburger-Schlösser freute sich über die weitere Zuwendung der KSK. „Wir haben von Ihnen bereits I-Pads bekommen, jetzt können wir für diese noch einen mobilen Wagen anschaffen“, sagte sie zu Rita Witt, Direktorin des KSK-Vorstandsstabs sowie Ute Stolz vom KSK-Verwaltungsrat, die sich den Auftritt der Kinder nicht hatten entgehen lassen wollen.

Eifeler Presse Agentur/epa

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