NEW-Beschäftigte nähen für „Europäische Woche der Abfallvermeidung“

Mehrweg-Geschenk-Beutel sollen für das Thema Nachhaltigkeit sensibilisieren – Wiederverwertung alter Stoffe hat bei den NEW eine lange Tradition – Kreis stellt Nähanleitung für alle, die mitmachen wollen, zur Verfügung

Bunte Taschen_alle Freuten sich über die schönen Geschenkbeutel, die die beiden NEW-Beschäftigten Christian Lappe und Stefanie Gehlen (vorne) bereits genäht haben: NEW-Geschäftsführer Georg Richerzhagen (v.r.), die Leiterin des NEW-Nähateliers Grace Mörsdorf sowie Karen Beuke und Lisa Rodermann (beide Kreis Euskirchen). Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Freuten sich über die schönen Geschenkbeutel, die die beiden NEW-Beschäftigten Christian Lappe und Stefanie Gehlen (vorne) bereits genäht haben: NEW-Geschäftsführer Georg Richerzhagen (v.r.), die Leiterin des NEW-Nähateliers Grace Mörsdorf sowie Karen Beuke und Lisa Rodermann (beide Kreis Euskirchen). Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Euskirchen-Kuchenheim – Im Nähatelier der Nordeifelwerkstätten (NEW) in Kuchenheim werden derzeit im Auftrag des Kreises Euskirchen bunte Taschen aus Stoffabfällen für die Europäische Woche der Abfallvermeidung genäht. Jetzt besuchten die beiden Expertinnen für Abfallvermeidung des Kreises Euskirchen, Karen Beuke und Lisa Rodermann, die NEW, um zu schauen, wie weit die fleißigen Handarbeiter und Handarbeiterinnen schon sind. Am Besuchsmorgen saßen Christian Lappe und Stefanie Gehlen an den Nähmaschinen und konnten bereits einen ganzen Stapel schöner Taschen vorweisen. Denn für die NEW-Beschäftigten stellt das Nähen von Taschen keine große Herausforderung dar, schließlich haben die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Nähateliers alle einen Nähmaschinenführerschein und wissen darüber hinaus, wie man mit Nadelkissen und Maßband umgeht.

Bevor genäht werden kann, legt Stefanie Gehlen die Stoffteile passgenau übereinander. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Bevor genäht werden kann, legt Stefanie Gehlen die Stoffteile passgenau übereinander. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Doch was noch entscheidender ist: Die NEW-Beschäftigten kennen sich seit Gründung des Ateliers vor sieben Jahren ganz besonders mit dem Upcycling alter Stoffe aus. Gemeinsam mit Grace Mörsdorf, die das Nähatelier voller Elan und übersprudelnder Kreativität leitet, wurden auf diese Weise schon abgetragene Kleidungsstücke so aufgepeppt, dass man damit eine ganze Modenschau bestreiten konnte. Des Weiteren wurden zu Beginn der Corona-Pandemie bei den NEW Tausende von Alltagsmasken aus Stoffresten hergestellt, die jede für sich ein Unikat und daher heiß begehrt waren. Und was in dem Nähatelier erst zur Karnevalszeit los ist, das kann man sich bestimmt denken.

Christian Lappe fühlt sich im NEW-Nähatelier genauso wohl wie seine Kolleginnen. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Christian Lappe fühlt sich im NEW-Nähatelier genauso wohl wie seine Kolleginnen. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

„Nachhaltigkeit und Müllvermeidung sind zwei wesentliche Themen unseres Arbeitsalltags“, berichtete NEW-Geschäftsführer Georg Richerzhagen, der den beiden Besucherinnen einen ganzen Container mit alten Mehrwegtaschen der dm-Drogeriekette präsentierte. „Die ausgesonderten Taschen werden schon seit Jahren an uns weitergeleitet, sie werden hier gewaschen und zerlegt und dann für die unterschiedlichsten Zwecke neu zusammengenäht“, berichtete Richerzhagen. Dabei dienten die Stoffreste besonders auch der kreativen Arbeit. Davon konnten sich die Besucherinnen im Nähatelier überzeugen. So präsentierte Grace Mörsdorf eine Jeanshosentasche, allerhand lustige Figuren aus Kaffeesäcken, Tierköpfe mit Knopfaugen und Sonnenbrillen und dergleichen mehr, die von den Beschäftigten in den letzten Jahren erstellt worden waren.

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NEW-Geschäftsführer Georg Richerzhagen zeigte den Besucherinnen den großen Berg an ausrangierten Stofftaschen des dm-Drogeriemarkt, aus dem die NEW-Beschäftigten etwas Neues herstellen. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
NEW-Geschäftsführer Georg Richerzhagen zeigte den Besucherinnen den großen Berg an ausrangierten Stofftaschen des dm-Drogeriemarkt, aus dem die NEW-Beschäftigten etwas Neues herstellen. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

100 Geschenkbeutel sollen im Nähatelier in Kuchenheim entstehen, nochmals 100 Beutel nähen die Beschäftigten in der NEW-Niederlassung in Ülpenich. „Auch die Wirkstatt Kall will für uns nähen“, freute sich Karen Beuke. Und natürlich könne jeder im Kreis Euskirchen mitmachen. „Es gibt bestimmt noch Menschen, die Anfang vergangenen Jahres fleißig Alltagsmasken genäht haben. Diese Leute werden bestimmt auch eine Tasche bzw. einen Beutel nähen können“, war Beuke sich sicher.

Grund für das kreisweite Taschen- und Beutelnähen ist die Europäische Woche der Abfallvermeidung, die vom 20. bis zum 28. November unter dem Motto „Wir gemeinsam für weniger Abfall – unsere Gemeinschaft für mehr Nachhaltigkeit“ stattfindet.

„Es heißt, dass Schenken Freude macht, aber Schenken produziert häufig auch jede Menge Abfälle“, weiß Abfallexpertin Beuke. Mit Mehrweg-Geschenk-Beuteln, wie sie jetzt bei den NEW genäht würden, könne das Verschenken ganz leicht zu nachhaltiger Freude werden – und das auch noch ressourcenschonend.

Der Kreis Euskirchen habe sich daher dazu entschieden, zur Europäischen Woche der Abfallvermeidung Mehrweg-Geschenkbeutel nähen zu lassen, wobei der Kreativität keine Grenzen gesetzt seien. Man könne nach einer der Anleitungen arbeiten, die man auf der Homepage unter www.kreis-euskirchen.de/ewav/ finde oder ein eigenes Design kreieren. Als Material eigneten sich besonders Stoffreste oder alte Tischdecken und Vorhänge.

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„Man kann das eigene Werk auch in den Sozialen Netzwerken mit Foto vorstellen. Wie das geht, erklären wir auf unserer Homepage“, so Beuke. Auch sei geplant, zahlreiche Stoffbeutel in den von der Flut besonders betroffenen Gebieten im Kreis Euskirchen zu verteilen. „Zudem kann man einen Infozettel beilegen, auf dem der eigene Name vermerkt ist und der den Sinn und Zweck der Abfallvermeidungs-Aktion erklärt“, sagte Beuke. Die Infozettel bekommt man bald als Download auf der Homepage des Kreises (www.kreis-euskirchen.de/ewav).

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Für die Beutel der NEW und der Wirkstatt in Kall müssen die Infozettel noch gedruckt werden. Auch hier könnten die NEW dem Kreis Euskirchen rasch helfen. „Denn die NEW verfügen über ein hauseigenes Druckzentrum. Da es sich um ein Auftrag im Unterschwellenbereich handeln dürfte, können Sie diesen meines Wissens nach als freihändige Vergabe ausschließlich an Werkstätten für Menschen mit Behinderung vergeben“, erklärte Georg Richerzhagen und empfahl, diesbezüglich den Leitfaden der Europäischen Kommission für die Berücksichtigung sozialer Belange bei der Vergabe öffentlicher Aufträge einzusehen. Daraufhin zeigte er den Besucherinnen das Druckzentrum in Kuchenheim, wo unter anderem Massendrucksachen für zahlreiche Kooperationspartner erstellt werden. Die Besucherinnen waren verblüfft angesichts des hochprofessionellen Digitaldrucks bei den NEW. Schnell war das passende Papier gefunden und der Drucker sicherte zu, dass man, sobald die Druckvorlage aus dem Kreishaus vorliege, innerhalb eines Tages den Druckauftrag erledigen könne.

Währenddessen ratterten bei Christian Lappe und Stefanie Gehlen noch immer die Nähmaschinen, obwohl die Frühstückspause schon längst angebrochen war. „Ich bekomme jetzt doch langsam Hunger“, gab Christian Lappe freimütig zu, der aber aufgrund des Besuchs nicht unhöflich erscheinen wollte und tapfer weiterarbeitete.

Eifeler Presse Agentur/epa

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