KEV baut Freileitungen im Nationalpark Eifel zurück

Stromleitung von Heimbach zum Kloster Mariawald wird derzeit abgebaut – In den nächsten 15 Jahren sollen sämtliche Nieder- und Mittelspannungsleitungen in die Nationalparkwege verlegt werden

KEV-Projektleiter Georg Gnädig zeigte die Freileitung, die am Kreuzweg entlang zum Kloster Heimbach führt. Sie wird im Herbst komplett demontiert. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
KEV-Projektleiter Georg Gnädig zeigte die Freileitung, die am Kreuzweg entlang zum Kloster Heimbach führt. Sie wird im Herbst komplett demontiert. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Schleiden-Gemünd – In Zukunft sollen alle Stromleitungen im Nationalpark Eifel unter die Erde verlegt werden. Dies hat neben optischen und naturschutzfachlichen Gründen für das Großschutzgebiet auch eine Kostensenkung zur Folge. Bei den regelmäßigen Kontrollen der Stromleitungen im Versorgungsgebiet stellten die Mitarbeiter der Kreis-Energie-Versorgung Schleiden (KEV) fest, dass einige der Freileitungen, die heute noch durch den Nationalpark Eifel führen, in den kommenden Jahren saniert werden müssten. Die erste Teilstrecke zwischen Heimbach und Kloster Mariawald wurde bereits beseitigt.

„Wir sind froh, dass die Waldschneisen im Nationalpark Eifel zukünftig wieder der Natur überlassen werden“, freut sich Nationalparkleiter Henning Walter. In den nächsten 15 Jahren werden sämtliche Nieder- und Mittelspannungsleitungen sowie Masten und Freiluft-Trafostationen im Bereich des Nationalparks demontiert und auf Dauer notwendige Kabel in die Wanderwege verlegt. Dies sei so auch im Wegeplan des Nationalparks Eifel festgeschrieben.

Die erste Leitung, die in der Prioritätenliste ganz oben stand, ist die 20-Kilovolt-Leitung, die von Heimbach entlang des Kreuzweges zum Kloster Mariawald führte: „Die KEV hat bereits damit begonnen, die 14 Holz-, vier Beton- und sieben Gittermasten sowie zwei Gittermast-Trafostationen und die Leitung zu demontieren“, berichtet KEV-Projektleiter Georg Gnädig. Die seien zwischen 30 und 60 Jahre alt und somit in absehbarer Zeit zu einem Sanierungsfall geworden.

Dieses Bild gehört schon bald der Vergangenheit an: Die Freileitung entlang des Klosters Mariawald wird demontiert. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Dieses Bild gehört schon bald der Vergangenheit an: Die Freileitung entlang des Klosters Mariawald wird demontiert. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Die neue Leitung in Erdkabeltechnik verläuft nun vom Parkplatz Paulushof entlang der Landesstraße 15, am Haus Kermeter vorbei und entlang der ehemaligen Kreisstraße 26 unterirdisch. Sie hat eine Länge von 3,4 Kilometer und ist damit etwas länger als die alte Freileitung, die nur 2,3 Kilometer maß.

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Langfristig gesehen werde die KEV mit dieser Maßnahme Geld sparen. Denn derzeit müsse man die Leitungen noch alle zwei Jahre lang abschreiten und auf Schäden untersuchen. Dazu käme alle sieben Jahre eine strenge Mastkontrolle. Darüber hinaus müsste der Bewuchs unter den Leitungen ständig niedrig gehalten werden.

Im nächsten Jahr werde man sich der Leitung von Mariawald zum Gut Weimert widmen. „Auch diese Leitung verschwindet in die Erde und macht damit einen der schönsten Flecken des Nationalparks Eifel noch schöner“, kündigt Georg Gnädig an. Auch die Abtei Mariawald unterstützte das Vorhaben. So durfte die KEV beispielsweise für die unterirdische Leitungsverlegung Grundstücke des Klosters nutzen. Das Koster Mariawald wurde schon seit Ende der 1920er Jahre – zunächst von der Rurtalsperrengesellschaft – über Parkplatz Paulushof mit Strom versorgt. Erst 1946 bis 1948 entstand die heutige Leitung, die nun wiederum entfällt. „Mit dieser Aktion gibt die KEV dem Nationalpark Eifel ein weiteres Stück Natur zurück“, so Gnädig abschließend.

Eifeler Presse Agentur/epa

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