Erste Schülerlotsen seit 1978

An der GGS Nordstadt in Euskirchen zogen Schulleitung, Eltern, Verkehrswacht, Polizei und Stadt an einem Strang, um den Schulweg für die Grundschüler sicherer zu machen

Mit Elternlotsen den Schulweg zur GGS Nordstadt sicherer machen wollen Schulpflegschaftsvorsitzende Bianca Timm (v.l.), Schulleiterin Monika Tilk, Verkehrswachtleiter Heinz Hentz und Elternlotse Friederike Gerhardt. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Mit Elternlotsen den Schulweg zur GGS Nordstadt sicherer machen wollen Schulpflegschaftsvorsitzende Bianca Timm (v.l.), Schulleiterin Monika Tilk, Verkehrswachtleiter Heinz Hentz und Elternlotse Friederike Gerhardt. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Euskirchen – „Wir wollen, dass unsere Schüler sicherer in unsere Schule kommen“, betonte Monika Tilk, Rektorin der Euskirchener Gemeinschaftsgrundschule (GGS), am Mittwochmorgen in ihrer Einrichtung. Denn auf dem Schulweg müssen viele Schüler verkehrsreiche Straßen überqueren. Um den „Pänz“ den Schulweg zu erleichtert, hat sie deshalb Eltern, Verkehrswacht, Stadt Euskirchen und die Kreispolizeibehörde zusammengetrommelt, um etwas zu etablieren, was es seit 1978 nicht mehr in Euskirchen gab: Schülerlotsen.

Obwohl es diesmal streng genommen „Elternlotsen“ heißen müsste, denn zehn von ihnen haben sich bereit erklärt, künftig mit Warnwesten und Verkehrskellen ausgerüstet für mehr Sicherheit auf dem Weg in die Schule zu sorgen. Die Sicherheitskleidung und Kellen hatte Heinz Hentz, Vorsitzender der Kreisverkehrswacht Euskirchen, übergeben: „Erwachsene haben schon aufgrund ihrer Größe im wahrsten Sinne des Wortes einen größeren Überblick, können außerdem Gefahren und Geschwindigkeiten von Kraftfahrzeugen besser einschätzen als Grundschüler.“

Seit 27 Jahren ist Hentz Vorsitzender der Kreis Euskirchener Verkehrswacht. „Die beleuchteten Verkehrskellen, die ich Ihnen gebe, sind im Prinzip die gleichen wie bei der Polizei, nur das da nicht »Polizei« draufsteht. Das Licht ist aber gerade in der dunklen Jahreszeit sehr wichtig – allerdings kosten die 110 Euro das Stück.“ Ohne Unterstützung kommt deshalb auch die Verkehrswacht nicht aus. Die Kreissparkasse Euskirchen, die bislang die stolze Summe von 173 000 Euro beigesteuert hat, sowie die Volksbank Euskirchen unterstützten glücklicherweise kontinuierlich die Arbeit der Verkehrswacht, wie Hentz berichtete, dazu kämen noch Anteile an überzahlten Bußgeldern.

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Trotzdem gelte es, sparsam zu sein. So schraubt der Verkehrswachtvorsitzende in seiner Garage Kettcars für die Verkehrsübungen selbst zusammen, denn gegenüber dem fertig montiertem Fahrzeug spart er so 30 Euro. Aktuell werden gut erhaltene Kinderfahrräder, speziell auch an der GGS Nordstadt, für die Verkehrserziehung benötigt.

Auf dem Schulweg soll es nicht bei Lotsen gerade für einen gefährlichen Übergang auf der Strecke bleiben, wie Schulpflegschaftsvorsitzende Bianca Timm sagte: „Wir wollen das Ganze langsam aufbauen, aber geplant ist auch, dass Elternlotsen die Kinder von bestimmten Stellen abholen und begleiten.“ Zusammen mit Friederike Gerhardt, die ebenfalls ein Kind an der Nordstadtschule hat, probierte sie gleich die leuchtendgelbe Warnweste mit der Aufschrift „Verkehrshelfer“ an.

Schulleiterin Tilk: „Wir fühlen uns von allen Beteiligten sehr gut unterstützt, die Stadt Euskirchen hat rechtliche Dinge geklärt – so sind die Elternlotsen bei ihrer Tätigkeit auch versichert – und Polizeihauptkommissar Tido Janssen, Leiter Verkehrsunfallprävention, schulte die bereitwilligen Eltern für ihren Dienst.“

Noch etwas erhoffen sich die Schulangehörigen von ihrem neuen Angebot, nämlich weniger Verkehr um den Schulhof herum, wie Bianca Timm sagte: „Es werden sehr viele Kinder mit dem Auto vorgefahren, wohl auch aus Besorgnis wegen des heiklen Schulwegs. Da können wir hoffentlich für etwas Beruhigung sorgen.“

Eifeler Presse Agentur/epa

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