Jecke Unterstützung für Caritas Notschlafstelle

Landrat spendet Erlös aus Prinzenempfang – Für Betrieb der Notunterkunft müssen jährlich 50.000 Euro aufgebracht werden

Markus Ramers (v.l.)(Landrat Kreis Euskirchen), Martin Jost und Maria Surges-Brilon (beide Vorstand Caritas Euskirchen) bei der Scheckübergabe in der Notschlafstelle. Bild: Carsten Düppengießer
Markus Ramers (v.l.)(Landrat Kreis Euskirchen), Martin Jost und Maria Surges-Brilon (beide Vorstand Caritas Euskirchen) bei der Scheckübergabe in der Notschlafstelle. Bild: Carsten Düppengießer

Euskirchen – Landrat Markus Ramers war jetzt in der Wohnungslosenhilfe der Caritas Euskirchen zu Gast. Im Gepäck hatte er einen Spendenscheck über 1.832 Euro, den er den Caritasvorständen Martin Jost und Maria Surges-Brilon symbolisch überreichte. Die Summe war beim diesjährigen Prinzenempfang an Karneval durch den Getränke- und Speisenverkauf zustande gekommen. „Es war der erste Prinzenempfang nach den Corona-Einschränkungen der letzten Jahre. Wichtig war mir, dass die Einnahmen sinnvollen sozialen Zwecken zur Verfügung gestellt werden“, so Ramers. Die gleiche Summe geht an die „SuppenKirche“ der evangelischen Kirchengemeinde Euskirchen. Die „SuppenKirche“ ist ein ehrenamtliches Projekt, welches wöchentlich eine gesunde warme Mahlzeit für Bedürftige anbietet.

Die Spende wird von der Caritas zur Unterstützung des Betriebs der Notschlafstelle für wohnungslose Menschen in Euskirchen eingesetzt. „Wir bieten zehn Übernachtungsplätze für Männer und zwei für Frauen. Zusätzlich halten wir ein Zimmer für erkrankte Wohnungslose vor und für Frauen haben wir noch ein Notbett, welches wir aufstellen können“, erklärte Surges-Brilon. Die Einrichtung sei stark frequentiert. „Und zwar seit einiger Zeit auch in den wärmeren Monaten des Jahres“, so Surges-Brilon. Die durchschnittliche Verweildauer betrage 38 Tage. „Allerdings sind viele Menschen auch länger auf diese Übernachtungsmöglichkeit angewiesen. Wir haben Nutzer mit einer festen Arbeit und auch viele junge Menschen, die nicht wieder ins Elternhaus zurückkönnen oder wollen“, berichtete Surges-Brilon.

Die Caritas Euskirchen hält ein umfangreiches Hilfesystem für Wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen vor. Zusätzlich zur Notschlafstelle sind in der Kommerner Straße in Euskirchen noch eine Tagesstätte, eine Fachberatungsstelle und Betreutes Wohnen untergebracht. Flankiert werden diese Dienste durch das Streetworkprojekt Mobile Sozialarbeit Euskirchen, kurz „MO.S.ES“, dem gemeinsam mit der Suchthilfe durchgeführten Projekt „Be.Such“, sowie seit neuestem dem Angebot des „Kümmerer Projekts“.

„Durchschnittlich 25 bis 30 Menschen nutzen unsere Tagesstätte täglich. Hier gibt es ein warmes Essen, Möglichkeiten zum Wäschewaschen und zur Körperhygiene“, so Katharina Ilhoff vom Team der Caritas-Wohnungslosenhilfe. Generell gehe der Betrieb bis 16 Uhr. Im Winter, bei niedrigen Temperaturen, würden die Öffnungszeiten verlängert und auch auf das Wochenende ausgeweitet. „Außerdem betreiben wir für aktuell 130 Wohnungslose ein behördlich anerkanntes Postfach. Das ist für uns oft der Einstieg in die Beratung. Die Menschen kommen her, öffnen ihre Post und haben Fragen“, berichtete Ilhoff.

Das größte Problem für die Caritas-Wohnungslosenhilfe sei der Mangel an bezahlbarem Wohnraum. „Hier versuchen wir mit der Fachberatung und dem „Kümmerer Projekt“ gegenzusteuern“, betonte Surges-Brilon. Im landesgeförderten „Kümmerer Projekt“ arbeiten zwei Sozialarbeiter und eine Immobilienfachkraft daran, einerseits durch Beratung und Begleitung Betroffene auf ihrem Weg in die eigene Häuslichkeit zu unterstützen, andererseits mittels Netzwerkarbeit geeigneten Wohnraum zu akquirieren.

„Sie leisten hier eine tolle und wichtige Arbeit. Ich bin sicher, dass Sie das Geld gut gebrauchen können“, so Landrat Markus Ramers. „Das ist so, wir müssen jährlich rund 50.000 Euro aus Eigenmitteln und Spenden aufbringen, um den Betrieb der Notunterkunft dauerhaft sichern zu können. Die Spende ist auch ein Zeichen dafür, dass die Menschen in unserer Region auch an diejenigen denken, denen es nicht so gut geht“, bedankte sich Caritasvorstand Martin Jost. „Wir erfahren Gott sei Dank viel Unterstützung, sowohl durch Geld-, aber auch durch Sachspenden. Dies zeigt deutlich, dass auch unsere Klienten in der Öffentlichkeit als Teil der Gesellschaft wahrgenommen werden“, ergänzte seine Vorstandskollegin Surges-Brilon abschließend. (eB/epa)

 

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