Daniel Rütz: „Der Löschzug wächst“

Steigende Mitgliederzahl bei der Feuerwehr des Kernortes – Auch die Einsätze nehmen rasant zu – Beförderungen und Ehrungen durch den Bürgermeister und den Wehrleiter – Das neue Gerätehaus soll völlig unabhängig von fossiler Energie sein – Erfolgreiche Jugendfeuerwehr

Bürgermeister Hermann-Josef Esser bedankte sich auch bei den Angehörigen der Kaller Wehrmitglieder. Ohne deren Mittun sei das ganze Konstrukt der freiwilligen Feuerwehren nicht möglich. Foto: Reiner Züll
Bürgermeister Hermann-Josef Esser bedankte sich auch bei den Angehörigen der Kaller Wehrmitglieder. Ohne deren Mittun sei das ganze Konstrukt der freiwilligen Feuerwehren nicht möglich. Foto: Reiner Züll

Kall – „Wir hatten ein sehr ereignisreiches Jahr, und wir kratzen an der Grenze von 100 Mitgliedern“, umschrieb Löschzugführer Daniel Rütz am Samstag beim Kameradschaftsabend des Löschzuges Kall die rasante Entwicklung der Feuerwehr im Zentralort Kall. „Der Löschzug wächst und wächst“, so Rütz. Nach der Flut sei die Zahl der Mitglieder in allen Abteilungen auf 95 gestiegen, und es sei festzustellen, dass immer mehr junge Leute „richtig Interesse“ an der Feuerwehr hätten. Ebenso rasant die Zunahme der Einsätze, die zwei Monate vor Jahresende mit 99 Hilfeleistungen ebenfalls die 100er-Grenze erreicht habe. Deshalb sei die Wehr auch auf jeden Einzelnen angewiesen.

Zahlreiche Mitglieder des Löschzuges Kall wurden beim Kameradschaftsabend im Hans-Kaiser-Saal in Keldenich geehrt oder befördert. Nach der Flut im Juli ist die Stärke der Wehr im Zentralort Kall auf 95 angestiegen. Foto: Feuerwehr Kall
Zahlreiche Mitglieder des Löschzuges Kall wurden beim Kameradschaftsabend im Hans-Kaiser-Saal in Keldenich geehrt oder befördert. Nach der Flut im Juli ist die Stärke der Wehr im Zentralort Kall auf 95 angestiegen. Foto: Feuerwehr Kall

Mit dem Anwachsen des Löschzuges verbunden sei ein hoher Lehrgangsbedarf und eine ebenso hohe Lehrgangsbereitschaft. In diesem Jahr seien bereits 180 Lehrgangseinheiten absolviert worden. Rütz: „Das ist schon eine Hausnummer, die wir in der Feuerwehr der Gemeinde Kall so noch nie erlebt haben“. Der Löschzugführer bedankte sich bei allen Mitgliedern für diese Bereitschaft.

Die zunehmende Stärke des Löschzuges und die damit verbundenen Aus- und Weiterbildungen spiegelte sich im Verlauf des Abends auch bei den zahlreichen Beförderungen und Ehrungen von Löschzugmitgliedern wider, die der Leiter der Feuerwehr der Gemeinde Kall, Harald Heinen, zusammen mit Bürgermeister Hermann-Josef Esser vollzog. Auffallend groß war die Zahl der neuen weiblichen Einsatzkräfte, die nach erfolgreichen Lehrgangsabschlüssen befördert werden konnten.

Hauptfeuerwehrmann Reiner Züll ist seit nunmehr 60 Jahren im Löschzug Kall aktiv: Gemeindewehrleiter Harald Heinen (links) übergibt ihm die Gold-Auszeichnung des Verbandes der Feuerwehren in Nordrhein-Westfalen. Foto: P. Züll
Hauptfeuerwehrmann Reiner Züll ist seit nunmehr 60 Jahren im Löschzug Kall aktiv: Gemeindewehrleiter Harald Heinen (links) übergibt ihm die Gold-Auszeichnung des Verbandes der Feuerwehren in Nordrhein-Westfalen. Foto: P. Züll

Auch Esser bedankte sich bei den Mitgliedern des Löschzuges und deren Angehörigen, ohne deren Mittun das ganze Konstrukt der freiwilligen Feuerwehren nicht möglich sei. Der Bürgermeister berichtete auch über den derzeitigen Neubau des Feuerwehrgerätehauses am Kreisgarten in Kall-Heistert. Der Bau werde sehr nachhaltig und werde unabhängig von fossilen Brennstoffen. Esser hoffte, dass zum Beginn des nächsten Jahres der Bauantrag gestellt werden könne.

Der Bürgermeister berichtete vom Beitritt der Gemeinde in das Präventions-Netzwerk „Sicher im Dienst“, für das er kürzlich mit dem Vize-Gemeindewehrleiter Andreas Heinen bei der Kölner Bezirksregierung die Beitrittsurkunde aus den Händen von NRW-Innenminister Herbert Reul entgegengenommen habe. Das Netzwerk, dem rund 500 Kommunen angehören, setze sich für den Schutz und die Sicherheit von kommunalen Mitarbeitern, vornehmlich auch von Feuerwehr- und Rettungskräften ein. Hermann-Josef Esser übergab die Beitrittsurkunde offiziell an den Leiter der Gemeindefeuerwehr, Harald Heinen.

Bürgermeister Esser informierte über eine Neuaufstellung des B-Dienstes der Gemeinde Kall durch weitere fünf Führungskräfte, die bei größeren Einsätzen Verantwortung tragen. Bisher bestehe der B-Dienst in der Gemeinde Kall aus dem Leiter der Feuerwehr, Harald Heinen, der ab November für längere Zeit ausfalle, und Heinens Stellvertreter Andreas Lang.

Weil Andreas Lang die Arbeit und die Verantwortung nicht allein stemmen solle, habe sich der Bürgermeister mit der Wehrleitung entschieden, die Führungsebene auf breitere Füße zu stellen, erklärte Wehrleiter Harald Heinen, der die neuen fünf B-Dienst-Verantwortlichen in Dienst stellte. Es sind die Gemeindebrandinspektoren Jörg da la Motte, Thomas Golüke, Frank Drehsen sowie die Brandoberinspektoren Daniel Rütz und Werner Lang.

Wie Wehrleiter Harald Heinen (links) berichtete, ist die Jugendfeuerwehr in der Gemeinde Kall mit Gemeindejugendwart Jürgen Poth (Mitte) und dem Jugendwart des Löschzuges Kall, Stefan Horbach (4.v.r.) bestens aufgestellt. Foto: Reiner Züll
Wie Wehrleiter Harald Heinen (links) berichtete, ist die Jugendfeuerwehr in der Gemeinde Kall mit Gemeindejugendwart Jürgen Poth (Mitte) und dem Jugendwart des Löschzuges Kall, Stefan Horbach (4.v.r.) bestens aufgestellt. Foto: Reiner Züll

Wie Wehrleiter Harald Heinen berichtete, ist die Jugendfeuerwehr (10 bis 16 Jahre) in der Gemeinde Kall mit dem Gemeindejugendwart Jürgen Poth und beim Löschzug Kall mit Jugendwart Stefan Horbach bestens aufgestellt. Auf die Installation einer Kinderfeuerwehr (6 bis 10 Jahre), so Harald Heinen, verzichte man derzeit noch in der Gemeinde Kall, weil dies noch in die kindliche Früherziehung falle und die Feuerwehr in Kall dazu das Know-how nicht habe. Heinen: „Dann müssten wir einige Kindergärtnerinnen in die Feuerwehr bekommen“.

Zwei Wehrmitglieder wurden im Verlauf des Abends für ihre langjährige Tätigkeit im Löschzug Kall geehrt. Für eine 60-jährige Mitgliedschaft hatte der Verband der Feuerwehren NRW dem Hauptfeuerwehrmann Reiner Züll eine Sonderauszeichnung in Gold verliehen, der Gemeindebrandinspektor Thomas Golüke bekam das goldene Feuerwehrehrenzeichen des Landes NRW für 35-jährige Feuerwehrmitgliedschaft von Bürgermeister Hermann-Josef Esser überreicht.

Beförderungen

Zu Feuerwehrfrauen befördert wurden Anke Latz, Celina Kinzel, Lea Poth und Nadja Müller, Felix Mertens zum Feuerwehrmann und Niklas Dreßen zum Oberfeuerwehrmann. Zu Unterbrandmeistern ernannte Wehrleiter Harald Heinen die Kameraden Christian Wirtz und Florian Friedrichs.

Nach erfolgreichen Gruppenführer-Lehrgängen am Institut der Feuerwehr wurden Moritz Wirtz, Lukas Keutgen und Stefan Horbach zu Brandmeistern ernannt.

Christian Nikoleit wurde zum Brandinspektor und Löschzugführer Daniel zum Brandoberinspektor ernannt.

Bei der Jugendfeuerwehr hatten die Jugendlichen Larissa Mertens und Emilia De la Motte die Prüfungen der Jugendflamme I. bestanden. Die schwierige Prüfung zur Erlangung der Leistungsspange hatten Larissa Mertens und Noah Davies gemeistert. Wehrleiter Harald Heinen und Gemeinde-Jugendwart Jürgen Poth übergaben den erfolgreichen Jugendlichen die Urkunden. (Reiner Züll/epa)

 

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