Michael H. Faber schrieb ein Buch über den Artisten Gilbert

Buch handelt von Gilbert Jakubcyk, dessen Darbietungen auf dem „Jahrmarkt anno dazumal“ im LVR-Freilichtmuseum Kommern längst Kultstatus genießen – Lesungen an den Ostertagen geplant

Das Buch von Michael H. Faber ist im Museumsladen erhältlich oder direkt beim Autor. Bild: Faber
Das Buch von Michael H. Faber ist im Museumsladen erhältlich, im Buchhandel oder direkt bei Gilbert oder dem Autor. Bild: Faber

Mechernich-Kommern – Auf dem „Jahrmarkt anno dazumal“, der noch bis zum 7. April im LVR-Freilichtmuseum Kommern stattfindet, ist auch ein neues Buch erhältlich, das der ehemalige stellvertretende Museumsleiter Dr. Michael H. Faber über Gilbert Jakubcyk geschrieben hat, einen der letzten „Saltimbanques“ der alten Art. Seit fast dreißig Jahren prägt Gilbert den Jahrmarkt mit. Am Ostersonntag und -montag wird das Buch auch mit einer kleinen Lesung vorgestellt werden, und zwar jeweils um 13.35 Uhr in der Ausstellungshalle.  Gilberts Programm aus Zaubertricks, Ballon-Modellieren, Feuerspeien und der Vorführung des waghalsigen Salto mortale seiner imaginären Flohdame „Fifine“ genießt auf dem alljährlichen Jahrmarktstreiben längst Kultstatus.

Als dreizehnjähriger Junge aus einem belgischen Erziehungsheim ausgerissen und mutterseelenallein in Paris gestrandet, fand Gilbert Aufnahme in der Szene der Straßenartisten. Dort avancierte er zum Sprecher all derer, die vor dem neu errichteten „Centre Pompidou“ ihre Künste zeigten – unter dem Argwohn der Behörden: Immer wieder musste Gilbert die Interessen seiner „Kumpels“ bei der Obrigkeit durchsetzen. Auch er selbst wurde von der Polizei verhaftet.

Dr. Michael H. Faber war viele Jahre lang im LVR-Freilichtmuseum Kommern tätig und ist Initiator des Jahrmarkts anno dazumal. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Dr. Michael H. Faber war viele Jahre lang  stellvertretender Leiter des LVR-Freilichtmuseums Kommern und hat dort unter anderem den Jahrmarkts anno dazumal initiiert. Archivbild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Michael H. Faber, Landesmuseumsdirektor i. R. und seinerzeit Initiator des Museumsjahrmarktes, hat in langen Interviews die Lebenserinnerungen von Gilbert aufgezeichnet und mit ihm das reichhaltige Archiv an Fotos und Dokumenten ausgewertet. Entstanden ist eine reich bebilderte Mischung aus bewegender Biografie und bewegter Autobiografie. Gilberts schweren Kindheit und seinen ersten Versuchen mit der Straßenartistik, seinen Erfolgen als „Automatenmensch“ in Paris und schließlich auch international sind einige der Kapitel gewidmet, aber auch die artistische Vielseitigkeit, mit der Gilbert seit nunmehr fast dreißig Jahren in seinem Straßen-Varietéprogramm fasziniert, finden ihren Niederschlag. Das Buch erzählt auch von Gilberts Weggefährtinnen und -gefährten, von seinen „Kumpels“, wie er die Artistenkollegen nennt. Von ihnen kommen einige mit ihren Einschätzungen über Gilbert zu Wort.

Gilberts „O-Töne“ in diesem Buch lassen seine Lebenserfahrung und die daraus gewonnene Lebenseinstellung spüren. Sie ist davon geprägt, alles mit Humor zu nehmen. So bleibt denn auch sein Fazit: „Ich bin so froh, froh zu sein.“ (epa)

Michael H. Faber: Gilbert: Mein Lied von der Straße. Das Leben eines Gauklers. Selbstverlag des Autors, Bonn 2024, 86 Seiten, 113 Abbildungen, ISBN 978-3-00-078280-0. Preis 24,80 Euro (D) zzgl. Versandkosten. Erhältlich im Laden des LVR-Freilichtmuseums Kommern. Zu beziehen auch über den Buchhandel und über dr.m.faber@t-online.de.

 

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