Auch NEW sind immer noch mit Flutschäden beschäftigt

„Gerade für Menschen mit Behinderung können plötzliche Ereignisse eine sehr große Belastung bedeuten“ – NimmEssMit Markt soll Ende des Jahres wieder eröffnen – Spätschäden am Werkstattstandort Ülpenich – Keller im Verwaltungssitz der Nordeifelwerkstätten werden noch saniert

Bei einem Ortstermin am NimmEssMit-Markt Bad Münstereifel, momentan noch Baustelle: Tanja Scheuls (v.l.), Pädagogische Leitung und NEW-Geschäftsführer Georg Richerzhagen, wollen den Lebensmittelmarkt mit Café Ende des Jahres wiedereröffnen. Bild: Tameer Gunnar Eden/epavvv
Bei einem Ortstermin am NimmEssMit-Markt Bad Münstereifel, momentan noch Baustelle: Tanja Scheuls (v.l.), Pädagogische Leitung und NEW-Geschäftsführer Georg Richerzhagen, wollen den Lebensmittelmarkt mit Café Ende des Jahres wiedereröffnen. Bild: Tameer Gunnar Eden/epa

Euskirchen-Kuchenheim – „Gerade für Menschen mit Behinderung können plötzliche Ereignisse und Veränderungen eine sehr große Belastung darstellen“, betont Georg Richerzhagen, Geschäftsführer der Nordeifelwerkstätten (NEW).  Der Dienstleister für Menschen mit Behinderungen ist mit rund 1200 Beschäftigten mit Behinderung und 270 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber im Kreis Euskirchen. Dementsprechend vielfältig sind auch die Folgen für die NEW-Angehörigen durch die Flutkatastrophe, so Richerzhagen: „Wir verzeichnen unter unseren Mitarbeitern und Beschäftigten die ganze Bandbreite von nur mittelbar bis schwer betroffen. Schockierend bleibt, dass einer unserer Beschäftigten außerhalb der Werkstätten in den Fluten ums Leben kam.“

Andauernd sind auch die Formalitäten, die Verhandlungen mit den Versicherungen etwa seien immer noch nicht abgeschlossen. Untätig zu bleiben ist aber keine Option für den NEW-Geschäftsführer: „Wir wollen Ende des Jahres in Bad Münstereifel unseren inklusiv geführten Nimm-Ess-Mit-Markt wiedereröffnen, und zwar größer, schöner, mit mehr Sitzplätzen innen und außen sowie einer größeren Produktpalette – mit zusätzlichem Fokus auf regional produzierte Lebensmittel der Nachhaltigkeit wegen.“

Derweil muss im Verwaltungssitz der Nordeifelwerkstätten der Keller weiterhin saniert werden. Richerzhagen: „Und an unserem Werkstattstandort in Ülpenich sind leider Spätschäden entstanden – der Boden kommt in mehreren Bereichen hoch und muss ausgetauscht werden.“ Das stellt vor allem für die Beschäftigten eine Herausforderung dar, denn gerade für diese sind Änderungen bei Räumlichkeiten und Abläufen schwierig. Über die Erlebnisse und Ängste in der Flutnacht hatten Beschäftigte auch in der NEW-internen Zeitschrift „ZÜKK“ berichtet.

Überragend war allerdings auch die Hilfsbereitschaft, wie Tanja Scheuls, Pädagogische Leitung, sagt. Die NEW stellte kurzerhand unter Beteiligung von Betriebs- und Werkstattrat einen Spendenrat auf die Beine. Scheuls: „Rund 30.000 Euro kamen durch Mitarbeiter und Externe zusammen. Es haben 67 Mitarbeiter und Beschäftigte einen Antrag eingereicht, die Spendenverteilung erfolgte dann nach Schwere der Betroffenheit.“ Tanja Scheuls konnte auch eine besondere Geschichte berichten: Ein Beschäftigter konnte durch das zusammengebrochene Schienennetz nicht mehr mit der Bahn zu seiner Arbeitsstelle kommen. Kurzerhand wurde ein Aufruf in den Sozialen Medien gestartet, um einen Motorroller zu finden. Scheuls: „Die Familie Schücke hat dem NEW-Beschäftigten Peter Krug dann einen Roller geschenkt, so dass er wieder problemlos von Gemünd zu seiner Arbeitsstelle in Bad Münstereifel gelangen konnte.“

Nichtsdestotrotz seien immer noch Mitarbeiter und Beschäftigte von Flutschäden betroffen. Innerhalb der NEW gibt es vielfältige Beratungsmöglichkeiten, auch psychosozialer Art. Tanja Scheuls: „Wir weisen immer wieder darauf hin, dass diese Beratungen auch zur Bewältigung von Erlebnissen der Flut genutzt werden können.“ Die materiellen Schäden seien da oft schneller zu beheben, so Georg Richerzhagen, obwohl auch da nicht immer eine Versicherung greife. So wurden im Keller der NEW-Zentralverwaltung, wo auch die Tochtergesellschaft EuLog Service arbeitet, der Kunst- und auch der Musikprobenraum, in dem etwa Gitarren, Mischpult, Schlagzeug und weitere Technik untergegangen sind, zerstört. Beim „BügelProfi“ in Georgpark Euskirchen musste das komplette Geschäft aufwendig gereinigt und desinfiziert werden. Georg Richerzhagen: „Nichtsdestotrotz bleiben wir zuversichtlich – mit unserem engagierten Team haben wir schon manche schwere Herausforderung gemeistert und werden das auch weiterhin schaffen!“

Eifeler Presse Agentur/epa

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