Sötenicher erhielten Höchstförderung

Staatssekretär übergibt in Sötenich Förderbescheid für Sportplatz und Sportlerheim – Höchste Fördersumme in Höhe von 1,5 Millionen Euro –Konzept von Gemeinde und Verein überzeugte – Weitergehende Pläne: Sportlerheim und Bürgerhaus sollen zusammengelegt werden

Zur Übergabe des Förderbescheids waren Vorstandsmitglieder des SV Sötenich und des Bürgervereins ebenso gekommen wie Ratsvertreter und Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung. Foto: Alice Gempfer/Gemeinde Kall
Zur Übergabe des Förderbescheids waren Vorstandsmitglieder des SV Sötenich und des Bürgervereins ebenso gekommen wie Ratsvertreter und Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung. Foto: Alice Gempfer  / Gemeinde Kall

Kall-Sötenich – „Die Höchstfördersumme von 1,5 Millionen Euro drückt aus, dass das Konzept überzeugt“, so Daniel Sieveke, Staatssekretär im NRW-Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung. In Vertretung für die verhinderte Ministerin Ina Scharrenbach übergab er im Sportlerheim Sötenich den entsprechenden Förderbescheid und ergänzte: „Der hohe Anteil an ehrenamtlichem Engagement zeigt, dass Ihre Pläne von der Bevölkerung getragen und mit Leben gefüllt werden.“

Im Rahmen des Projektes „Ersatzneubau eines Sportheims und Ertüchtigung der Sportanlage Sötenich“ sollen für insgesamt 1.922.265 Euro auch ein neuer Kunstrasenplatz sowie weitere Freizeitangebote für alle Generationen entstehen. Die Ideen hierfür reichen von einem Beachvolleyballfeld über eine Boulebahn, einen Basketballkorb und Outdoor-Tischtennisplatten bis hin zu einem Motorikpfad für (Klein-) Kinder.

Tatsächlich erhalten von den landesweit 66 Projekten, die Land und Bund im Rahmen des Investitionspaktes „Sportstätten 2022“ fördern, nur zehn die Höchstförderung – darunter das Projekt der Gemeinde Kall, die den Antrag in Kooperation mit dem SV Sötenich 1919 gestellt hatte. Für dessen Vorstand sprach der erste Vorsitzende Eric Geschwind seinen Dank aus: „Wir sind sehr stolz. Unseren Verein gibt es seit 1919, und mit dieser Perspektive glaube ich, dass wir auch künftig weiterbestehen können.“ Allerdings merkte er auch an, dass der Weg bis zum Förderbescheid lang gewesen sei: „Das war ein Marathon, den wir seit 2017 laufen. Aber mit Unterstützung der Gemeinde laufen wir immer weiter, damit wir ins Ziel kommen.“

Dass das Ganze „kein Projekt von der Stange“ ist, wie der Staatssekretär anmerkte, belegen auch die weiteren Pläne, auf die Bürgermeister Hermann-Josef Esser einging: „Wir wollen zwei Förderkonzepte übereinander bringen, und zwar das Projekt Sportstätte in Kombination mit dem Wiederaufbau des Bürgerhauses.“ Das nämlich war durch die Flut 2021 komplett zerstört und anschließend abgerissen worden. Esser: „Wir haben uns gegen den Wiederaufbau an gleicher Stelle direkt an der Urft und in tief gelegenem Gebiet entschieden.“ So sei in Zusammenarbeit mit dem Sötenicher Bürgerverein die Idee entstanden, dass Bürgerhaus an das Sportlerheim anzuschließen, und zwar als Aufbau. In beiden Fällen sei die Bezirksregierung Köln zuständig, allerdings mit jeweils unterschiedlichen Dezernaten. „Ich bin der Meinung, dass durch diese Pläne beide Fördertöpfe geschont würden, da sich erhebliche Synergieeffekte ergeben“, so der Bürgermeister.

Eine weitere Besonderheit im Zusammenhang mit dem Projekt sei der Topografie geschuldet: „Wir müssen auch in den Starkregenschutz investieren.“ Das Gelände oberhalb des Sportplatzes sei kesselförmig, so dass der Sportplatz in der Vergangenheit bei starkem Regen immer wieder geflutet worden sei. Aktuell erstelle ein Ingenieurbüro eine Skizze möglicher Schutzmaßnahmen, aber „wie wir das bezahlen sollen, wissen wir noch nicht – da kommen wir noch auf Sie und die Ministerin zu.“

Wie der Kaller Projektleiter Wiederaufbau Manfred Poth berichtete, sei man im Rahmen der Wiederaufbauanträge – insbesondere auch dem für das Sötenicher Bürgerhaus – immer wieder auf bürokratische Hürden gestoßen. „Die Prozesse, die wir heute in Verwaltungen haben, kann man draußen kaum noch vermitteln“, brachte es Poth auf den Punkt. Staatssekretär Sieveke empfahl, immer wieder den ebenfalls anwesenden Landtagsabgeordneten Klaus Voussem einzubinden.

Ortsvorsteher Thomas Müller, der nicht nur Mitglied im Vorstand des SV Sötenich sondern auch des Kaller Rates ist, betonte: „Ohne den Zusammenhalt aller Beteiligten wäre das alles gar nicht möglich.“ Auch er hoffe, dass die angesprochene Kombination von Sportstättenförderung, Starkregenschutz und Bürgerhaus in absehbarer Zeit realisiert werden könne.

In diesem Sinne richtete Birgit Drewes für den Vorstand des Bürgervereins einen beeindruckenden Appell an das Ministerium: „Bitte versuchen Sie uns zu helfen – nicht nur dem Bürgerverein, sondern dadurch auch der Region hier in Kall.“ Für den Bürgerverein, der ohne Bürgerhaus nun seit nahezu zwei Jahren ohne Einnahmen ist, sei das Ganze nicht nur ein Marathon, sondern auch ein Hürdenlauf. Neben dem wichtigen Sport bediene der Bürgerverein weitere wichtige Felder, etwa im Bereich Brauchtum, Musik oder Integration.

Abschließend dankte Bürgermeister Hermann-Josef Esser allen, die zum Konzept beigetragen hatten: „Die ganze Arbeit, auch bei uns in der Verwaltung, hat sich gelohnt.“ (eB/epa)

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