Beim SV Nöthen prasselten die GiroCents

Rund 11.000 Euro aus dem beliebten Kundenspendenprogramm der KSK konnten wieder einmal an soziale, kulturelle und sportliche Zwecke im Kreis Euskirchen ausgeschüttet werden – 4.000 Kundinnen und Kunden machen bereits mit

Die Halbjahres-Ausschüttung des beliebten Kundenspendenprogramms „GiroCents“ fand diesmal beim SV 1924 Nöthen statt. Zahlreiche Spendenempfänger holten sich ihren Scheck ab, und es wurden sechs neue Projekte vorgestellt. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Die Halbjahres-Ausschüttung des beliebten Kundenspendenprogramms „GiroCents“ fand diesmal beim SV 1924 Nöthen statt. Zahlreiche Spendenempfänger holten sich ihren Scheck ab, und es wurden sechs neue Projekte vorgestellt. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Bad Münstereifel-Nöthen – Obwohl der Greenkeeper des SV 1924 Nöthen den Rasenplatz noch gesperrt hatte, parkten am Mittwochnachmittag zahlreiche Fahrzeuge vor dem Vereinsheim. Zu gewinnen gab es diesmal allerdings auch nichts draußen auf dem Grün, sondern drinnen in der gemütlichen Stube. Denn der Vorsitzende des rund 500 Mitglieder zählenden Traditionsvereins, Robert Kaulen, und der Breitensportbeauftragte, Linus Krämer, hatten das GiroCents-Team der Kreissparkasse Euskirchen (KSK) eingeladen, um im Vereinsheim die halbjährliche Gewinnausschüttung vorzunehmen. „Wir haben selber vor sechs Jahren einmal an GiroCents teilgenommen und wissen daher, dass die KSK immer nach Vereinen sucht, die für die Spendenübergabe ihre Räumlichkeiten zur Verfügung stellen“, berichtete Linus Krämer, der vielen auch als Mitarbeiter der KSK und vor allem als Musiker der Band „Wibbelstetz“ bekannt sein dürfte. Der unter anderem für seine herausragende Jugendarbeit bekannte SV Nöthen übernahm diese Aufgabe sehr gerne und bewirtete die Gäste mit Kuchen und Pizza.

Linus Krämer vom SV Nöthen wusste aus eigener Erfahrung zu berichten, dass man mit Kleingeld Großes bewirken kann. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Linus Krämer vom SV Nöthen wusste aus eigener Erfahrung zu berichten, dass man mit Kleingeld Großes bewirken kann. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Der Vorstandsvorsitzende der KSK Euskirchen, Holger Glück, bedankte sich für die freundliche Einladung. „Es ist immer schön, wenn wir dort sein können, wo auch das Geld aus dem Kundenspendenprogramm GiroCents hinfließt“, freute er sich und berichtete, dass es GiroCents bereits seit 2014 bei der KSK gebe. Es sei jedoch nicht die KSK, die das Geld spende, das deute ja schon der Name „Kundenspendenprogramm“ an. Denn es seien die Kundinnen und Kunden, die am Monatsende die Nachkommazahlen auf ihrem Konto – also zwischen einem und 99 Cent –  für gute Zwecke spenden. „Derzeit beteiligen sich ca. 4.000 Kunden an dem Programm, so dass wir halbjährlich rund 11.000 Euro ausschütten können. Und damit die Beträge rund werden, stockt die KSK entsprechend auf“, so Glück.

Kinder brauchen Großeltern

Sebastian Thur vom KSK-Vorstandsstab überreichte die Zuwendung an Annemie Wittgen vom Vorstand der BIGE (BundesInitiativeGroßeltern). Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Sebastian Thur vom KSK-Vorstandsstab überreichte die Zuwendung an Annemie Wittgen vom Vorstand der BIGE (BundesInitiativeGroßeltern). Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Dann ging es auch schon los mit der Verteilung der Gelder. Die erste Zuwendung wurde an Annemie Wittgen vom Vorstand der BIGE (BundesInitiativeGroßeltern) überreicht, einer Selbsthilfegruppe von Großeltern, die jeglichen Kontakt zu ihren Enkeln durch Trennung, Scheidung und andere Familienprobleme verloren haben. „Kinder brauchen jedoch ihre Großeltern, sie sind ein ruhender Pol in Krisenzeiten“, zeigte sich Annemie Wittgen überzeugt. Ihr Verein arbeitet daher bundesweit mit Familienrichtern, Jugendämtern, Fachanwälten, Beratungsstellen, Mediatoren, Verfahrenspflegern und Sachverständigen zusammen, um den Großeltern zu ihrem Recht zu verhelfen.

Andreas Molter und Conny Schmid vom Dorfverschönerungsverein Weilerswist nahm die Spende für die Neugestaltung des Kreisverkehrsplatzes an der Kölner-/ Bonner Straße in Weilerswist einschließlich der Bepflanzung der Blumenkübel und die Begrünung an den Ortseingangsschilder entgegen. Um dem Klimawandel Rechnung zu tragen, möchte man vor allem den Schotter wieder entfernen und eine natürliche Bepflanzung in einem artgerechten, natürlichen Boden vornehmen.

Andreas Molter vom Dorfverschönerungsverein Weilerswist nahm die Spende für die Neugestaltung des Kreisverkehrsplatzes von Iris Esselborn entgegen. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Andreas Molter vom Dorfverschönerungsverein Weilerswist nahm die Spende für die Neugestaltung des Kreisverkehrsplatzes von Iris Esselborn entgegen. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Die beiden Lehrkräfte, Claudia Zapp und Jan Dejonghe, nahmen die Spende stellvertretend für den Förderverein der Städtischen Realschule Bad Münstereifel entgegen. In einem gemeinschaftlichen Projekt mit den Nordeifel.Werkstätten (NE.W) möchten die Schülerinnen und Schüler ein kleines Vogelparadies auf ihrem Schulhof errichten. Dazu will man Nistkästen aufhängen, die gemeinsam mit den NE.W-Beschäftigten in der Betriebsstätte in Zingsheim hergestellt werden sollen.

Stickmaschine, Wärmepumpe und Drohnen

Claudia Zapp und Jan Dejonghe erhielten GiroCents für das Schulprojekt der Realschule Bad Münstereifel. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Claudia Zapp und Jan Dejonghe erhielten GiroCents für das Schulprojekt der Realschule Bad Münstereifel. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Über eine Spende für die „wirkstatt“ in Kall konnte sich Veronika Neumann freuen. In dem gemeinnützigen Kaufhaus fehlt es an einem Vitrinenschrank, in dem Kosmetika ausgestellt werden können. Darüber hinaus benötigt man eine Stickmaschine, um aus Kleiderspenden, die nicht zum Verkauf geeignet sind, Beutel, kleine (Lavendel-)Säckchen, Kissen, Schürzen und vieles mehr herzustellen. Mit der Stickmaschine möchte man die Produkte mit Namen verzieren und sie so noch weiter aufwerten.

Der Schwimm- u. Sportverein Vogelsang benötigte seine Spende, um sie in die Erneuerung der Heizungsanlage durch eine Wärmepumpe fließen zu lassen.

Über eine Spende für die „wirkstatt“ in Kall freuten sich Veronika Neumann (links) und Anne-Marie Pickartz. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Über eine Spende für die „wirkstatt“ in Kall freuten sich Veronika Neumann (links) und Anne-Marie Pickartz. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Um die Rettung von Rehkitzen geht es bei der Rehkitzrettung Kreis Euskirchen. Der Verein benötigt die Unterstützung, um die Rehkitzrettung durch Drohnen mit Wärmebildtechnik auch langfristig sicher zu stellen. Durch die Drohnen werden die Rehkitze in Wiesen lokalisiert und vor dem Mähen aufgesammelt und anschließend wieder freigelassen. Mit der Förderung durch das GiroCents-Programm sollen weitere Drohnenteams ausgerüstet werden. Derzeit sind bereits zwölf Wärmebilddrohnen im Einsatz.

Neue Bewerber für die GiroCents

KSK-Vorstandsvorsitzender Holger Glück (rechts) lobte das ehrenamtliche Engagement der Rehkitzretter im Kreis Euskirchen. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
KSK-Vorstandsvorsitzender Holger Glück (rechts) lobte das ehrenamtliche Engagement der Rehkitzretter im Kreis Euskirchen. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Dann aber hatten die neuen Bewerber für die GiroCents die Möglichkeit, ihre Projekte vorzustellen. Da bei den Freunden & Förderern der Gesamtschule der Stadt Euskirchen die Erkältungswelle zugeschlagen hatte, stellte Holger Glück deren Projekt kurzerhand selber vor. Ziel sei es, mit dem Geld den Schulhof weiter aufzuwerten. Es soll mehr Sitzgelegenheiten zum Plauschen und Verweilen geben. Außerdem benötige man dringend für die Sommermonate ein paar Schattenplätze. Darüber hinaus bestehe der Wunsch, die ein oder andere triste Wand mit Wandmalereien zu verschönern.

Mit einem inklusiven Musikprojekt bewarb sich das Mandolinenorchester 1921 Kuchenheim. Die erste Vorsitzende Claudia Meixner erläuterte, dass man gern mit Menschen mit Behinderung gemeinsam musizieren möchte. Individuell angepasst auf die Bedürfnisse der einzelnen Teilnehmer sollen dazu Stücke umgeschrieben und eingeübt werden. Umgesetzt werde soll das Projekt mit Beschäftigten der NE.W in Kuchenheim. Benötigt werden ein Proberaum, einen Auftrittsort und eventuell Instrumente.

„Chronisch unterfinanziert“

Für Menschen mit Behinderung machte sich auch Christian Meyer, der Geschäftsführer der Lebenshilfe Kreisvereinigung Euskirchen, stark. Gerade der Freizeitbereich sei „chronisch unterfinanziert“. Die Betreuung finde oft als Einzelbetreuung statt. Die entstehenden Betreuungskosten, Eintrittsgelder, beispielsweise fürs Kino, und die Kosten für Sachmittel müssten von den Teilnehmenden selbst getragen werden. Oftmals reichten die Budgets jedoch dazu nicht aus und die persönlichen finanziellen Mittel der Teilnehmenden ließen eine Teilnahme nicht zu. Durch eine Spende könne man die Teilnahmegebühren senken.

Den Kreis Euskirchen flächendeckend mit Defibrillatoren (AED) auszustatten, dieser Idee hat sich der Verein Lebensretter im Kreis Euskirchen verschrieben. Und dieses Ziel scheint schon bald erreicht, denn mittlerweile wurden bereits 259 Geräte installiert. Es fehlen noch 26. „Bis Sommer wollen wir fertig werden“, berichtete Jesko Priewe vom Vorstand. Deutschlandweit sei der Kreis Euskirchen damit ganz weit vorn. Nur Freiburg sei besser ausgestattet. Die AEDs schlügen mit 3.500 Euro pro Gerät zu Buche, jeder Einsatz koste rund 200 Euro. Allein in den vergangenen sechs Monaten habe es 16 Zugriffe auf die AEDs gegeben, sechs Mal seien sie zum Einsatz gekommen und fünf Mal habe das Leben eines Menschen gerettet werden können. Die KSK gehört mit zu den größten Unterstützern des Vereins. Allein im Jahr 2022 wurden bereits über 10.000 Euro aus den Mitteln des PS-Zweckertrages für die Anschaffung von Defibrillatoren zur Verfügung gestellt.

Actionreiche Wettkämpfe

Zu einem „Tag des Sports“ lädt der TuS Chlodwig 1896 Zülpich am Samstag, 11. Juli 2026, auf den Sportanlagen an der Blayer Straße ein. Bei dieser Veranstaltung soll es vor allem um das Mitmachen und nicht so sehr um das Zuschauen gehen. „Besucherinnen und Besucher können die verschiedenen Sportarten direkt ausprobieren, Trainerinnen und Trainer kennenlernen und die Freude an Bewegung erleben“, berichtete der stellvertretende Vorsitzende Wolfgang Hassel und Marcel Kremer. Um den Tag noch spannender zu gestalten, plane der TuS die Anschaffung von „Arrow Tag“-Materialien. Diese moderne Trendsportart verbinde Elemente aus Bogenschießen und Völkerball und sorge für actionreiche Wettkämpfe.

Für eine Ferienfreizeit in den Sommerferien in Südfrankreich warb Magdalena Bork, Jugendleiterin der Sophiengemeinde Euskirchen und Weilerswist. „Die Sommerfreizeit richtet sich an alle Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren. Dabei ist es uns besonders wichtig, diese Freizeit Jugendlichen zu ermöglichen, die beispielsweise aufgrund der Flut bis jetzt noch wenige bis keine Möglichkeiten hatten, das Meer zu sehen oder Urlaub zu machen“, so Bork.

Holger Glück zeigte sich am Ende der Veranstaltung beeindruckt von dem großen sozialen Engagement im Kreis Euskirchen, mit dem Ehrenamtliche immer wieder aufs Neue versuchten, den negativen Entwicklungstendenzen in der Welt entgegenzuwirken und etwas für den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu unternehmen. Dank ging auch an das altbewährte GiroCents-Team, bestehend aus Iris Esselborn, Sebastian Thur und Alexander Rheindorf, die sich zwei Mal im Jahr um die Spendenübergabe kümmern und dafür sorgen, dass das große rote GiroCents-Schwein auch stets sicher durch den Kreis Euskirchen chauffiert wird.

Eifeler Presse Agentur/epa

Mehr über die einzelnen Projekte und das Kundenspendenprogramm „GiroCents“ erfahren Sie hier.

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