Kreisverwaltung und Kreispolitik inspizierten moderne Berufsschulen

Thomas-Eßer-Berufskolleg und Berufskolleg Eifel sollen modern wiederaufgebaut werden – Förderung selbst-organisierter Lernformen stehen im Fokus

Eine Delegation aus Kreisverwaltung, Kreispolitik und Schulleitungen besuchte jetzt Berufsschulen in Hamburg und Westerburg, die sich durch moderne Lernkonzepte in architektonisch überzeugender Umgebung einen hervorragenden Ruf erworben haben. Foto: BBS Westerburg
Eine Delegation aus Kreisverwaltung, Kreispolitik und Schulleitungen besuchte jetzt Berufsschulen in Hamburg und Westerburg, die sich durch moderne Lernkonzepte in architektonisch überzeugender Umgebung einen hervorragenden Ruf erworben haben. Foto: BBS Westerburg

Kreis Euskirchen – Selbstorganisiertes Lernen in Teamarbeit, Stärkung der Eigenverantwortung der Schülerinnen und Schüler, dazu offene und transparente Räume mit hoher Aufenthaltsqualität: Ist das die Zukunft unserer Berufsschulen? Mit dieser Frage beschäftigen sich aktuell Kreispolitik und -verwaltung mit Blick auf die beiden Berufskollegs im Kreis Euskirchen. Das Thomas-Eßer-Berufskolleg (TEB) in Euskirchen und das Berufskolleg Eifel (BKE) in Kall sind durch die Flut im Sommer 2021 schwer getroffen worden.

„Wir werden die beiden Berufskollegs nicht nur wiederaufbauen, sondern sie zukunftssicher gestalten – mit modernen Lehr- und Lernbedingungen“, betont Landrat Markus Ramers. „Das wird ein echter Modernisierungsschub für die berufliche Bildung im Kreis Euskirchen.“ Wie das konkret aussehen könnte, wird aktuell diskutiert. Anregungen und Ideen holten sich Verwaltung und Politik jetzt bei zwei Exkursionen nach Hamburg und Westerburg. Besucht wurden in Hamburg die BS07 (Bergedorf) Berufliche Schule für Wirtschaft, Verkehrstechnik und Berufsvorbereitung und die BS 25 Berufliche Schule Holz, Farbe, Textil. In Westerburg wurde die BBS07 besucht.

Alle Schulen wurden wie die beiden Berufskollegs des Kreises Euskirchen in den 1960er und -70er Jahren erbaut und in den vergangenen Jahren nach skandinavischen Vorbildern saniert. Die auf skandinavischen Konzepten beruhende Schul- und Unterrichtsentwicklung hat die BBS Westerburg über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht. „Ein zentrales Merkmal der dortigen Schul- und Unterrichtsentwicklung ist die Abkehr von geschlossenen Unterrichtsräumen und die Förderung selbst-organisierter Lernformen“, sagt Birgit Schlemmer, die Leiterin des Kreis-Schulamtes.

Die Besichtigungen fanden während des Unterrichtsbetriebes statt. Die Besucher erfuhren, dass die Offenheit und Transparenz des modernen Lernraumkonzeptes und ein konzentriertes Arbeiten der Schülerinnen und Schüler einzeln oder in Teams und Lerngruppen miteinander gut vereinbar sind.

„Die Architektur mit einem offenen multifunktionalen Raumkonzept und viel Glas statt Betonwänden, eine Schulausstattung mit modernem flexibel nutzbarem Mobiliar und das pädagogische Konzept ergaben ein stimmiges Bild, das sich in den wertschätzenden Meinungen der befragten Schülerschaft und Lehrerkräfte wiederfand“, so Birgit Schlemmer.

Auch die Schulleitungen des TEB und des BK Eifel zeigten sich laut Pressemitteilung des Kreises Euskirchen beeindruckt „Das Lernen wird nach der Neugestaltung unserer Schule zukünftig auch bei uns auf Lernebenen stattfinden“, wird BKE-Schulleiter Holger Mohr zitiert. In den neu gestalteten Etagen der Kaller Schule sollten die Lernenden künftig Problemstellungen des Unterrichts in selbstorganisierten Formen lösen. „Damit bereiten sich unsere Schülerinnen und Schüler auf die zukünftigen Anforderungen ihres Berufslebens vor und schaffen sich eine gute Grundlage“, habe Eva Samrotzki vom Schulleitungsteam ergänzt. Und Schulleiter Holger Mohr wird zitiert: „Das Berufskolleg Eifel freut sich sehr auf die architektonische Erneuerung und die daraus resultierenden Impulse. Als Kollegium bereiten wir bereits den Wandel vor. Und mit uns erwarten die Lernenden, Eltern und Betriebe ungeduldig den Beginn der Bauarbeiten!“

Auch TEB-Schulleiter Hermann Wilkens habe viele positive Eindrücke von der „Studienreise“ mitgenommen: „Wir haben in Hamburg und Westerburg eindrucksvolle Schulgebäude gesehen, die offen und transparent gestaltet sind, um selbstständiges, problemlösendes und kompetenzorientiertes Lernen ermöglichen. Ebenso waren wir sehr beeindruckt, wie offene, moderne Lernebenen durch flexibles Mobiliar gestaltet werden können. Auch Beispiele zur Integration mobiler Endgeräte wie Notebooks und Tablets im schulischen Alltag waren sehr überzeugend.“

Gemeinsam mit Architekten und Fachplanern werde nun die bauliche Umsetzung des didaktischen Konzeptes erarbeitet. (epa)

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