Gewerbepark Grohndahlsmühle verfügt jetzt über öffentlich zugänglichen Defibrillator

Ansässige Geschäftsleute sponserten gemeinsam das potenziell lebensrettende Gerät – Bereits 750 „Corhelper“ im Kreis Euskirchen

Michael Gissinger (links) vom Verein „Lebensretter im Kreis Euskirchen“ stellte den neuen AED an der Lisztstraße 22 gemeinsam mit den Sponsoren Georg Richerzhagen (NEW), Rüdiger Cramer (Zimmerei Cramer), Roman Wirtz (Ingenieurbüro Wirtz) und Fritz Lettenbauer (Elementebau Lettenbauer & Ippendorf) vor. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Michael Gissinger (links) vom Verein „Lebensretter im Kreis Euskirchen“ stellte den neuen AED an der Lisztstraße 22 gemeinsam mit den Sponsoren Georg Richerzhagen (NEW), Rüdiger Cramer (Zimmerei Cramer), Roman Wirtz (Ingenieurbüro Wirtz) und Fritz Lettenbauer (Elementebau Lettenbauer & Ippendorf) vor. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Euskirchen-Kuchenheim – Ein Defibrillator ist ein kleines Gerät, mit dem man Großes bewirken kann. Denn wenn das Herz eines Menschen aufhört zu schlagen, geht es um jede Sekunde. Allein im Kreis Euskirchen rückt der Rettungsdienst rund 180 Mal im Jahr zu Herz-Kreislauf-Stillständen aus. Doch in der Zeit, die der Notarzt benötigt, um beim Patienten einzutreffen, tickt die Uhr. Dieses „therapiefreie Intervall“ lässt sich verkürzen, wenn Ersthelfer vor Ort sind, die die Herzdruckmassage beherrschen und noch besser, wenn sich ein automatisierter externer Defibrillator (AED) in der Nähe befindet, der in der Lage ist, in etwa 80 Prozent der Fälle das Kammerflimmern des Herzens durch gezielte Stromstöße zu unterbrechen und somit die normale Herzfunktion wiederherzustellen. Genau daran hapert es jedoch noch in vielen Orten des Kreises Euskirchen.

Neben dem Deutschen Roten Kreuz bemüht sich vor allem der Verein „Lebensretter im Kreis Euskirchen“ darum, die Defibrillatoren-Lücke zu schließen. „Denn bereits nach vier Minuten ohne entsprechende Maßnahmen können irreversible Schäden bei den Betroffenen entstehen“, weiß der zweite Vorsitzende des Lebensretter-Vereins, Michael Gissinger. Von entscheidender Bedeutung sei dabei das erste Glied in der Rettungskette, nämlich der Ersthelfer. „Wenn wir die Laienhelferquote steigern, könnten bei uns im Kreis Euskirchen pro Jahr bis zu 33 Menschen mehr überleben“, ist Grissinger überzeugt.

Ein wichtiger Baustein in der Rettungskette sei nämlich die Ersthelferalarmierung durch die App „corhelper“. Qualifizierte Helferinnen und Helfer – von denen es bereits 750 im Kreis Euskirchen gibt -, die sich in der Nähe eines Notfallorts befinden, können über diese App gezielt von der Rettungsstelle alarmiert werden und mit den ersten Maßnahmen zur Wiederbelebung bereits beginnen, während der Notarzt noch unterwegs ist.

„Eine besondere Rolle spielen dabei die Defibrillatoren“, so Gissinger. Denn mit jeder Minute Kammerflimmern sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit um bis zu zehn Prozent. Ein AED kann also Leben retten und ist nebenbei auch für Ungeschulte einfach zu bedienen, denn das Gerät gibt, sobald man es aus der Arretierung nimmt, genaue sprachliche Anweisungen, was zu tun ist.

Im Kuchenheimer Gewerbepark Grohndahlsmüle waren bislang nur zwei Defibrillatoren zu finden, die bei den Nordeifelwerkstätten (NEW) und bei der EuLog montiert sind. Diese Geräte hängen jedoch in den Innenräumen des Dienstleisters für Menschen mit Behinderung und wären daher nach Betriebsschluss nicht zugängig. Aus diesem Grund sponserten die NEW jetzt mit weiteren Geschäftsleuten des Gewebeparks, nämlich dem Ingenieurbüro Wirtz, dem Elementebau Lettenbauer & Ippendorf, der Zimmerei Rüdiger Cramer, Niedling & Partner, der Schlosserei Schliebach und V+K Automobile, einen frei zugängigen Defibrillator, der beim Ingenieurbüro Wirtz an der Lisztstraße 22 an der Außenwand installiert wurde.

„Der Defibrillator nutzt natürlich nicht viel, wenn die Menschen nicht wissen, dass es ihn gibt“, so NEW-Geschäftsführer Georg Richerzhagen, der daher auf die Presse setzt, um auf das neue lebensrettende Gerät hinzuweisen.

Der in Kuchenheim montierte AED gehört zur neusten technischen Entwicklungsstufe und überträgt bereits während seiner Anwendung ein EKG an den behandelnden Arzt ins Krankenhaus, es kann online gewartet werden, wird beheizt und hält Temperaturen bis minus 20 Grad Celsius aus. Das Gerät kostete 2000 Euro, dazu kommen noch 120 Euro pro Jahr für Wartung und Versicherung. „Insgesamt sind für den Ortsteil Kuchenheim vier AEDs geplant, zwei sind bereits montiert und einer in Bestellung“, so Gissinger. Beschädigung oder Diebstahl habe man bislang nicht erlebt.

„Selbstverständlich werden wir auch eine Schulung für alle Interessierten hier im Gewerbepark anbieten“, betonte Gissinger, „damit im Ernstfall, der hoffentlich nie eintritt, immer ein Ersthelfer zur Stelle ist.“

Eifeler Presse Agentur/epa

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