Klettern soll nachhaltiger werden

CO2-Ausgleich und Klettergriffe aus Recycling-Material: Eifeler Sektion des Deutschen Alpenvereins sucht neue Wege

Mit nachhaltig produzierten Griffen bringt DAV-Routenbauerin Kira Eden eine neue Kletterroute an die Trainingswand in Bad Münstereifel. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Mit nachhaltig produzierten Griffen bringt DAV-Routenbauerin Kira Eden eine neue Kletterroute an die Trainingswand in Bad Münstereifel. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Eifel – „Wir untersuchen gerade den Kohlendioxyd-Ausstoß, der etwa durch Fahrten zu unseren Kletteraktivitäten entsteht“, berichtet Armin Zalfen, Leiter der Kletterabteilung DAV (Deutscher Alpenverein) Sektion Eifel. Teilnehmende beispielsweise beim offenen Klettertreff in Bad Münstereifel tragen in einer Liste ein, mit welchem Verkehrsmittel sie über wie viele Kilometer angereist sind und ob sie Fahrgemeinschaften gebildet haben. Zalfen: „Aus diesen Angaben bildet die Sektion nach einem vorgegebenen Schema ein Sonderbudget, das für einen CO2 Ausgleich einzusetzen ist.“

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Auch beim Routenbau, also dem „Schrauben“ von Kletterstrecken mit Kunststoffgriffen, sucht die Sektion nach neuen Wegen. Tameer Eden, Routenbauchef der Sektion: „Auf der jüngsten Kletterhallenmesse bin ich mit dem Geschäftsführer eines innovativen Unternehmens ins Gespräch gekommen: »Greenholds« produziert Klettergriffe aus Kunststoffabfällen der Industrie.“

In der Regel werden Klettergriffe aus mineralölbasierten Harzen gegossen, so der DAV-Routenbauer. Genutzt werden dazu Silikonformen, die regelmäßig aufgrund von Verschleiß ausgetauscht werden müssen. Greenholds hingegen presst die Griffe in haltbaren Stahlformen. „Und die Firma verschickt ohne die üblichen Kunststofffolien als Verpackung, selbst das Klebeband für den Karton ist plastikfrei“, so Eden.

Die Griffe von „Greenholds“ werden aus überschüssigem Industriematerial hergestellt und sind vollständig recyclebar. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Die Griffe von „Greenholds“ werden aus überschüssigem Industriematerial hergestellt und sind vollständig recyclebar. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Zudem können die Griffe am Ende ihres Lebens vollständig recycelt werden und es wird mit einem Rabatt belohnt, wenn man Griffe in den Kreislauf zurückführt. Routenbauerin Kira Eden: „Ich habe jetzt die erste Kletterroute mit den neuen Griffen geschraubt und bin sehr angetan.“ Die Oberflächen seien ausreichend griffig, ohne aber schmerzhaft rau zu sein, zudem leicht zu reinigen. „Die ersten Rückmeldungen von Kletternden sind positiv – das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, um auch im Routenbau stärker auf Umweltbelange zu achten.“

Wer selbst einmal die neuen Griffe ausprobieren möchte, findet unter www.dav-eifel.de weitere Informationen zu den Kletteraktivitäten und anderen Angeboten wie Bergsteigen, Wandern, Hochtouren und mehr. Dort ist auch das aktuelle Jahresheft mit Berichten und Informationen rund um die Sektion zu finden.

Eifeler Presse Agentur/epa

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