Hilfe quer durch den Kreis

Durch die Aktion „GiroCents“ der Kreissparkasse Euskirchen können Kunden mit Kleingeld Großes bewegen – Erste Ausschüttung an Hilfsgruppe Eifel, Rotes Kreuz, Kultur- und Sportstiftung sowie Kultur-Initiative Klösterchen im „S-Forum“

Durch „GiroCents“ gemeinsam mit Kleingeld Großes bewegen wollen Ralf Claßen (v.l.), Mechernich Stiftung, Rolf Klöcker, DRK, Udo Becker, KSK, Michael Luke, Förderverein Marienschule, Josef Reidt, Kultur- und Sportstiftung,  Stefan Böhm, SG 69, Klaus Linden, KiK, Georg Schmitz, Hilfsgruppe Eifel, Rudi Esch, Weißer Ring, und Hartmut Cremer, KSK. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Durch „GiroCents“ gemeinsam mit Kleingeld Großes bewegen wollen Ralf Claßen (v.l.), Mechernich Stiftung, Rolf Klöcker, DRK, Udo Becker, KSK, Michael Luke, Förderverein Marienschule, Josef Reidt, Kultur- und Sportstiftung, Stefan Böhm, SG 69, Klaus Linden, KiK, Georg Schmitz, Hilfsgruppe Eifel, Rudi Esch, Weißer Ring, und Hartmut Cremer, KSK. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Euskirchen – Wer schon einmal in Not geraten ist, der weiß die zahlreichen Hilfsorganisationen im Kreis Euskirchen zu schätzen: Ob Hilfsgruppe Eifel, Rotes Kreuz, der Weiße Ring oder die Mechernich Stiftung. Doch auch kulturell und sportlich wäre der Kreis Euskirchen ohne den Einsatz von Breitensportvereinen wie der SG Sportfreunde 69 Marmagen/Nettersheim, der Kultur- und Sportstiftung der Kreissparkasse Euskirchen (KSK), der Kultur-Initiative Klösterchen (KiK) oder dem Förderverein der Marienschule um einiges schlechter aufgestellt.

Doch wie kann man all diese Institutionen unterstützen, ohne dass man dabei arm wird? Das erklärte Udo Becker, Vorstandsvorsitzender der KSK, am vergangenen Dienstag im S-Forum der Kreissparkasse Euskirchen: „Unsere Kunden können sich bei dem Programm »GiroCents« anmelden. Am Ende des Monats werden dann die Nachkommastellen des Kontoguthabens, also ein bis 99 Cents, abgebucht und gesammelt.“

Als symbolisches Geschenk bekamen die „GiroCents“-Empfänger von Udo Becker, Vorstandsvorsitzender KSK, ein Sparschwein mit Schokomünzen überreicht – der Spendenbetrag wird überwiesen. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Als symbolisches Geschenk bekamen die „GiroCents“-Empfänger von Udo Becker, Vorstandsvorsitzender KSK, ein Sparschwein mit Schokomünzen überreicht – der Spendenbetrag wird überwiesen. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Nach einem halben Jahr werden dann die Spenden verteilt – und zwar demokratisch nach Kundenwunsch: „Es können sich für den jeweiligen Zeitraum vier Institutionen bewerben. Einmal im Monat bekommen die Teilnehmer von »GiroCents« die Möglichkeit, ihre Stimme abzugeben“, so Becker. Zum Abrechnungstag wird das Geld dann prozentual nach der Kundenabstimmung verteilt.

Bei der ersten Auszahlung am Dienstag überreichten Becker und sein Vorstandskollege Hartmut Cremer symbolisch ein Sparschwein mit Schokomünzen an die aktuellen Empfänger, die gleich auch noch einmal ihre Projekte vorstellen durften. Insgesamt 1114 Euro und 69 Cents waren durch die Aktion zusammengekommen, die durch die Stiftungen der KSK um 1000 Euro aufgestockt wurden So konnten insgesamt über 2000 Euro weitergegeben werden. Udo Becker: „Wir sind ja erst in der Anlaufphase und hoffen, dass sich weitere Kunden bei »GiroCents« für die gute Sache engagieren.“

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In großer Runde hatten die GiroCents-Gewinner und die neuen Anwärter die Möglichkeit, der Presse ihrere Projekte zu erläutern. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
In großer Runde hatten die GiroCents-Gewinner und die neuen Anwärter auf die Spenden die Möglichkeit, der Presse ihre Projekte zu erläutern. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Deshalb habe man für die Pilotrunde auch größere Institutionen ausgesucht, die auf verschiedene Weise gefördert werden – unter anderem auch seit Jahren durch die Stiftungen der Kreissparkasse.
So konnte Willi Greuel, Vorsitzender der rührigen Kinderkrebshilfe „Hilfsgruppe Eifel“, durch den Stimmanteil von 60,61 Prozent 1281,63 Euro für weitere gute Taten einstreichen. Greuel: „In den 24 Jahren unseres Bestehens haben wir über fünf Millionen Euro an Spenden erhalten, dabei war auch die Kreissparkasse immer wieder vertreten. Alles geht 1:1 wieder an die Hilfsprojekte.“ So bezahlt die Hilfsgruppe jährlich 65.000 Euro für zwei Ambulanzschwestern der Kinderkrebsstation in Bonn, wie der Hilfsgruppenchef sagte: „Die versorgen die erkrankten Kinder vor Ort in der Eifel und können ihnen so viel zusätzliches Leid und Angst durch die vielen Fahrten und unangenehmen Aufenthalte in der Klinik ersparen.“

Josef Reidt, Vorsitzender der Kultur- und Sportstiftung, konnte mit knapp 17 Prozent der Stimmen 354,58 Euro verbuchen, die direkt wieder eingesetzt werden sollen, so Reidt: „Es müssen nicht immer große Summen sein: Gerade kleinere Vereine können auch mit geringeren Summen viel erreichen.“ Man könne die Frage stellen, warum „GiroCents“ quasi die eigene Stiftung sponsere: „Uns ging es in der ersten Runde um Aufmerksamkeit für die gute Sache.“

Das Rote Kreuz im Kreis Euskirchen (DRK) bekam bei 15,76 Prozent der Stimmen 323,23 Euro überwiesen. DRK-Geschäftsführer Rolf Klöcker sagte: „Wir wollen das Geld nutzen, um weitere Automatisierte Externe Defibrillatoren (AED) im Kreis zu installieren.“ Diese technischen Geräte erlauben es auch Laien, einer Person mit Herzkammerflimmern potentiell das Leben zu retten.

„Gerade in Geldautomatenräumen, in die man mit der Scheckkarte ja 24 Stunden am Tag hereinkommt, bietet sich die Installation eines Defibrillators an“, so Klöcker. Die KSK gehörte mit zu den ersten Institutionen, die AEDs im Kreis Euskirchen angeschafft und öffentlich zugänglich gemacht haben, wie Becker ergänzte.
Klaus Linden von der Kultur-Initiative freute sich über 145,25 Euro durch 6,87 Prozent Stimmenanteil – und betonte, dass die KSK seit vielen Jahren durch die regelmäßige Förderung von KiK dafür sorge, dass in Euskirchen hochwertige Musik aus aller Welt auf der Bühne in der Comedia erlebbar werde.

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Die Empfänger der kommenden „GiroCents“-Runde stellten danach ihre Projekte vor: Stefan Böhm berichtete für die SG 69, dass ein besonderer Sporttag für Südkreisschüler organisiert werde, um die Heranwachsenden einerseits für den gesunden Sport an sich, aber auch für Vereine und Ehrenamt zu begeistern. Ralf Claßen, Vorsitzender der Mechernich-Stiftung und Kämmerer der Bleibergstadt, berichtete über die Stiftung: „Sie glauben nicht, wie viele Kinder ohne ausreichendes Essen oder im Winter mit blanken Füßen in einfachen Gummistiefeln in die Schule kommen.“ Die Mechernich-Stiftung würde schnell und unbürokratisch helfen, wo Behörden es nicht mehr können. Auch wenn durch einen festgeschriebenen Vertrag mit der Kreissparkasse die Zinserträge der Stiftung für die heutige Zeit sehr gut seien, könne die Stiftung doch jeden Euro gebrauchen.

Rudi Esch, Leiter Kreis Euskirchen des Opfernetzwerkes „Weißer Ring“, hilft ebenfalls schnell und unbürokratisch – und zwar Opfern von Kriminalität. „Es heißt: Tue Gutes und sprich darüber. Das erste machen wir, das zweite können wir meist nicht – wir sind aus verständlichen Gründen sehr verschwiegen“, so Esch. Er konnte aber berichten, wie viel Dankbarkeit etwa eine Rentnerin gezeigt habe, die von ihrer schmalen Rente kaum leben konnte und der dann auch noch 150 Euro gestohlen wurden – als der Weiße Ring sofort mit Bargeld einsprang, hätten ihr die Tränen in den Augen gestanden. Eine nachhaltige Form der Dankbarkeit habe er erlebt, nachdem der Weiße Ring einer von einem engen Angehörigen sexuell missbrauchten jungen Frau, die aus der Familie entfernt werden musste, die erste Wohnungseinrichtung bezahlt habe: „Sie sagte, dass sie nie wieder wegsehen werde und fortan auch selbst versuchen wolle zu helfen, wenn andere in Not seien.“

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Michael Luke vom Förderverein der Marienschule, bekannt durch vier komplette Big-Bands und Konzerte auf hohem Niveau, möchte die kommende „Giro-Cents“-Ausschüttung für die Nachwuchsförderung nutzen: „Wir haben eine Eingangsklasse, in der die Schüler auch ohne Vorkenntnisse zwei Jahre lang ein Instrument erlernen können.“ Die Musikinstrumente werden von der Schule gestellt und nach dieser Zeit kostenintensiv generalüberholt, um sie den nächsten Schülern zur Verfügung zu stellen – gerade bei „Exoten“ wie etwa einer Bassposaune seien sowohl Anschaffung wie Wartung teuer. Wie erfolgreich das Fördersystem sei, könne man nicht nur an den tollen Konzerten, sondern auch an dem ehemaligen Schüler Nico Gomez sehen, der bei „The Voice of Germany“ für Furore sorgte und immer noch bei den Konzerten der Big Bands mitwirke.

Udo Becker: „Für uns ist es vor allem wichtig, dass wir die sozialen, kulturellen und sportlichen Projekte im Kreis Euskirchen kennen. Diejenigen Projekte, die dann nicht bei »GiroCents« aufgenommen werden, können ja dann vielleicht über unsere Stiftungen gefördert werden.“ Wenn das Spendernetzwerk bei „GiroCents“ groß genug sei, wolle man ausdrücklich auch kleineren Vereinen die Teilnahme an der Aktion ermöglichen. Wer bei „GiroCents“ mitmachen möchte, findet im Internet unter www.kreissparkasse-euskirchen.de oder auf der Blogseite www.ksk-eu.sparkasseblog.de weitere Informationen.

Eifeler Presse Agentur/epa

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