Musikalische Bescherung: 15.000 Euro für das Johannes-Sturmius-Gymnasium

Hier klicken zum Video dazu – Kreissparkasse Euskirchen organisierte Benefizkonzert unter der künstlerischen Leitung von Florian Koltun, um das von Brandanschlägen gebeutelte Städtische Gymnasium in Schleiden zu unterstützen

Musiker und Musikerinnen sowie der Vorstand der Kreissparkasse Euskirchen sorgten mit dem Benefizkonzert für 15.000 Euro für den Förderverein des Johannes-Sturmius-Gymnasiums: Pianist Florian Koltun (v.l.), Pianistin Xin Wang, Holger Glück, Vorstandsmitglied KSK, Schauspielerin und Opernsängerin Alexandra Bentz, Udo Becker, KSK-Vorstandsvorsitzender, Koloratur-Sopranistin Nelly Dombrowski, Hartmut Cremer, Vorstandsmitglied KSK, und Sopranistin Vera Maria Kremers. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Musiker und Musikerinnen sowie der Vorstand der Kreissparkasse Euskirchen sorgten mit dem Benefizkonzert für 15.000 Euro für den Förderverein des Johannes-Sturmius-Gymnasiums: Pianist Florian Koltun (v.l.), Pianistin Xin Wang, Holger Glück, Vorstandsmitglied KSK, Schauspielerin und Opernsängerin Alexandra Bentz, Udo Becker, KSK-Vorstandsvorsitzender, Koloratur-Sopranistin Nelly Dombrowski, Hartmut Cremer, Vorstandsmitglied KSK, und Sopranistin Vera Maria Kremers. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Schleiden-Gemünd – Große Emotionen nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Publikum – so könnte man das Benefizkonzert für das Städtische Johannes-Sturmius-Gymnasium Schleiden (JSG) in Kürze beschreiben. Zu kurz allerdings, um der jüngsten Geschichte der Schule nach zwei Brandanschlägen, der enormen Hilfsbereitschaft von Bürgerinnen und Bürgern, Eltern, Lehrern und Schülern, Einsatz der Stadtverwaltung und eben nun der musikalischen Hilfestellung des Pianisten und Kulturmanagers Florian Koltun gerecht zu werden.

Die Ereignisse um das JSG ließ deshalb Udo Becker, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Euskirchen (KSK), am vergangenen Donnerstagabend im vollbesetzten Kurhaus Gemünd noch einmal Revue passieren, als er JSG-Schulleiter Georg Jöbkes und Ingo Pfennings, Bürgermeister Stadt Schleiden, interviewte: Mitte November und Anfang Dezember hatte ein bislang unbekannter Brandstifter durch seine Taten die Aula und weitere Teile des Altbaus der Schule unbrauchbar gemacht. Jöbkes: „In den vergangenen Jahren ist in dem Gebäude durch Schulträger und Schule sehr viel bewegt worden.“ Gerade für die Digitalisierung des Gymnasiums hatten sich die Verantwortlichen stark gemacht.

Ließen die dramatischen Ereignisse um das Johannes-Sturmius-Gymnasium in jüngster Zeit Revue passieren: Ingo Pfennings (v.l.), Bürgermeister Stadt Schleiden, Georg Jöbkes, Schulleiter JSG, und Udo Becker, KSK-Vorstandsvorsitzender. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Ließen die dramatischen Ereignisse um das Johannes-Sturmius-Gymnasium in jüngster Zeit Revue passieren: Ingo Pfennings (v.l.), Bürgermeister Stadt Schleiden, Georg Jöbkes, Schulleiter JSG, und Udo Becker, KSK-Vorstandsvorsitzender. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

„Die Kollegen hatten sich durch Fortbildungen und Engagement daran begeben, die technische Infrastruktur für digitales Lernen zu schaffen“, so Jöbkes. Noch in der ersten Brandnacht war der Schulleiter zusammen mit dem damaligen Bürgermeister Udo Meister vor Ort – und war einen Moment lang schier fassungslos. Jöbkes: „Aber es musste ja weitergehen, und der Schulträger hat sofort Verantwortung übernommen.“ Bürgermeister Ingo Pfennings erlebte das Geschehen zwar noch nicht als Erster Bürger der Stadt, aber dennoch hautnah und lobte die Einsatzbereitschaft nicht nur der Verwaltung, des Kollegiums und weiteren Schulangehörigen sowie der Hilfskräfte wie Feuerwehr, aber auch der Bürgerinnen und Bürger: „Die haben noch in der Brandnacht die Rettungskräfte mit Getränken versorgt und ihre Toiletten zur Verfügung gestellt.“

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Trotz des ersten Schocks und der vielen Herausforderungen sieht Becker, Experte für Bilanzen und Strategien, unter dem Strich viele Chancen und hervorragende Zukunftsaussichten, denn der Wiederaufbau des beschädigten Gebäudetraktes soll weitaus mehr Möglichkeiten als vorher bieten. Unter anderem soll die neue Aula gleich zu einem modernen Veranstaltungszentrum auch für nicht-schulische Aktivitäten werden. Vor allem aber sollen alle Voraussetzungen für den Aufbruch in das digitale Zeitalter geschaffen werden. Becker: „Dadurch können Sie das Sturmius-Gymnasium zum Nabel des Digitalen Lernens machen!“ Als der Vorstandsvorsitzende ergänzte: „Wenn ich also Elternteil wäre und eine passende Schule suchen würde, könnte ich nur empfehlen: Kommen Sie hierhin!“, brandete spontan kräftiger Applaus im Publikum auf.

Mit langanhaltendem Applaus und stehenden Ovationen bedankte sich das Publikum bei den Musikerinnen und dem Musiker – und ließ fast 5.000 Euro an Spenden da. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Mit langanhaltendem Applaus und stehenden Ovationen bedankte sich das Publikum bei den Musikerinnen und dem Musiker – und ließ fast 5.000 Euro an Spenden da. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

In der Zwischenzeit ist eine Dependance der Schule im benachbarten Schulzentrum entstanden, bei der Renovierung der dortigen Räumlichkeiten packten städtische Bauhofmitarbeiter, Lehrer, Eltern und Schüler gemeinsam an. Zwischendurch gab es durch reguläre Wahlen und Amtsverzicht des bisherigen Bürgermeisters eine „cheffreie Zeit“, in der der erste Beigeordnete Marcel Wolter wieder einmal seine Qualitäten bewies und neben den vielen organisatorischen Herausforderungen auch die zahlreichen Medienanfragen befriedigte. Die Pläne für den Wiederaufbau gingen in einer Rekordzeit von 30 Minuten durch die Haushaltssitzung, so geschlossen steht die gesamte Stadtverwaltung Schleiden zum Johannes-Sturmius-Gymnasium, und der Schulbetrieb ging schon nach nur einer Woche nach dem ersten Brand vollständig weiter. Die Welle der Hilfsbereitschaft riss aber nicht ab. So hatte die Spitze der Kreissparkasse zusammen mit Kulturmanager Koltun die Köpfe zusammengesteckt und das Benefizkonzert auf die Bühnenbretter gestellt.

Hochklassiges Klavierspiel präsentierten Xin Wang und ihr Mann Florian Koltun am Flügel. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Hochklassiges Klavierspiel präsentierten Xin Wang und ihr Mann Florian Koltun am Flügel. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

„Ihre Kunst öffnet die Herzen, wir erleben gleich ein Konzert auf Weltniveau“, mit diesen Worten leitete Becker zu einem abwechslungsreichen Reigen klassischer und moderner Lieder von Johann Strauß über Leonard Bernstein bis Marylin Monroe über. Wie man an den Reaktionen des Publikums erleben konnte, hatte der KSK-Chef nicht zu viel versprochen. Der Monschauer Florian Koltun begleitete dazu am Piano gleich drei renommierte Opernsängerinnen: Nelly Dombrowski ist international gebuchte Koloratur-Sopranistin, Vera Maria Kremers arbeitete als Sängerin und Gesangslehrerin bereits in New York und Salzburg, Alexandra Bentz glänzte nicht nur als Sängerin unter anderem beim Wiener Operetten-Theater, sondern auch als Schauspielerin wie etwa bei den Karl-May-Festspielen. Beim Benefizkonzert übernahm sie ebenso gekonnt wie humorvoll die Moderation und heizte das Publikum auch mit flotten Sprüchen an.

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Mit Instrumentalstücken für vier Hände am Klavier berührten Koltun und seine Frau Xin Wang das Publikum. Koltun berichtete nicht nur, wie das vierhändige Klavierspiel in vergangenen Zeiten die noch nicht vorhandenen Tonträger ersetzte, um Ensemble-Melodien ins heimische Wohnzimmer zu bringen, sondern erklärte auch schmunzelnd, wie das mit dem gemeinsamen Spiel auf einem Klavier funktioniert: „Wie in jedem guten Team – das sehen Sie auch bei der Kreissparkasse oder der Schule – muss es einen geben, der führt – bei uns ist das meine Frau!“ Das habe aber den Vorteil, dass die für die diffizilen Melodien zuständig sei und er „nur“ die Begleitung übernehmen müsse.

So unterhielten die Musikerinnen und der Pianist ihr Publikum fast zwei Stunden lang mit hauptsächlich beschwingten Melodien. Erst nach einer Zugabe ließen die Zuhörer die Künstler von der Bühne und belohnten das Spiel mit stehenden Ovationen und lang anhaltendem Applaus. Koltun hingegen entließ das Publikum nicht ohne Erinnerung an die Spendenboxen: Denn sämtliche Unkosten hatte die Kreissparkasse übernommen, die Eintrittskarten waren zwar limitiert, der Eintritt selbst aber kostenlos. Udo Becker erwähnte mit dem berühmten Wink mit dem Zaunpfahl, dass Scheine wesentlich einfacher zu zählen seien als Münzgeld, und dieser kleinen Motivationshilfe kam das begeisterte Publikum gern nach: Insgesamt 4696 Euro kamen für den Förderverein des Johannes-Sturmius-Gymnasiums zusammen. Die Kreissparkasse Euskirchen sorgte dazu noch für eine nachträgliche Bescherung: Sie verdreifachte die Summe über den PS-Zweckertrag der KSK auf 15.000 Euro.

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Eifeler Presse Agentur/epa

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