Bürgermeister Esser: „Wir sind überwältigt von diesem Angebot!“

Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland stellt Flutopfern im Gemeindegebiet zehn „Tiny Houses“ zur Verfügung – Die volleingerichteten, 35 Quadratmeter großen Häuschen können wahrscheinlich noch vor Weihnachten auf Gemeindegebiet errichtet werden

Der Bürgermeister der Gemeinde Kall, Hermann-Josef Esser (links), und der geschäftsführende Direktor der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland, Aron Schuster, unterzeichneten gemeinsam einen Vertrag, mit dem die Gemeinde Kall zehn „Tiny Houses“ für Flutopfer anschaffen kann. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Der Bürgermeister der Gemeinde Kall, Hermann-Josef Esser (links), und der geschäftsführende Direktor der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland, Aron Schuster, unterzeichneten gemeinsam einen Vertrag, mit dem die Gemeinde Kall zehn „Tiny Houses“ für Flutopfer anschaffen kann. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Kall – Die Gemeinde Kall gehört mit zu den von der Flutkatastrophe am stärksten betroffenen Kommunen in NRW. Seit Wochen läuft die Verwaltung auf Hochtouren, um die noch immer große Not bei den Flutgeschädigten zu lindern. Jetzt gelang Bürgermeister Hermann-Josef Esser mit seinem Verwaltungsteam ein echter Glücksgriff. Die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland wird mithilfe von Spendengeldern des Hilfsbündnisses, „Aktion Deutschland hilft“ die Gemeinde bei der Anschaffung von zehn „Tiny Houses“ mit einem Betrag von bis zu einer Millionen Euro unterstützen. „Tiny Houses“ sind kleine 35 Quadratmeter große Holzhäuser für ein bis vier Personen, komplett ausgestattet mit Küchenzeile, Schränken, Betten und Sitzgelegenheiten. Bürgermeister Esser: „Wir sind überwältigt von diesem Angebot!“ weiterlesen

Gemeinde Kall zieht erste Bilanz bei der Hochwasserhilfe

22 von 38 Haushalten konnte von der Verwaltung bereits eine neue Wohnmöglichkeit vermittelt werden – Zehn weitere Haushalte dürfen sich schon bald über ein „Tiny House“ freuen – Darüber hinaus wurden zahlreiche Heizlüfter und Ein-Raum-Heizungen gegen die Kälte organisiert – Bürgermeister Hermann-Josef Esser: „Haben bereits viel getan, doch die Notwendigkeit, zu helfen, ist noch lange nicht vorüber“  

Im Büro von Paul Neufeld (sitzend) laufen derzeit die Fäden der Hochwasserhilfe zusammen. Unterstützung erhält er dabei unter anderem von der Auszubildenden Madeline Tümmeler (links). Bürgermeister Hermann-Josef Esser (rechts) lässt sich mehrmals am Tag über die aktuelle Lage informieren. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Im Büro von Paul Neufeld (sitzend) laufen derzeit die Fäden der Hochwasserhilfe zusammen. Unterstützung erhält er dabei unter anderem von der Auszubildenden Madeline Tümmeler (links). Bürgermeister Hermann-Josef Esser (rechts) lässt sich mehrmals am Tag über die aktuelle Lage informieren. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Kall – Die Flutkatastrophe vom 14. auf den 15. Juli hat die Gemeinde Kall vor gewaltige Herausforderungen gestellt. Verwaltungsmitarbeiter und –mitarbeiterinnen sahen sich plötzlich von jetzt auf gleich mit gänzlich neuen Aufgaben konfrontiert. Am Tag nach der Flut galt es zunächst, mit der Schaufel in der Hand das Rathaus-Erdgeschoss vom Schlamm zu befreien, die zerstörten Büros zu räumen und das Archiv zu sichern. Gleichzeitig mussten schon die ersten Hilfsanfragen aus der Bevölkerung beantwortet, eine Notrufnummer eingerichtet und Hilfsangebote angenommen und koordiniert werden. Ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Aufgaben in den ersten Tagen nach der Flut war, den Betroffenen bedarfsgerechte Kontakte zu vermitteln. Gemeinde Kall zieht erste Bilanz bei der Hochwasserhilfe weiterlesen

Nach der Flut: Sötenicher verschönern ihren Ort

Von Reiner Züll Vier Monate nach der Flut bekommt der Ortsmittelpunkt langsam wieder neuen Glanz – Ortsgruppe des Eifelverein hat die Regie übernommen – Ortsvorsteher ist stolz auf den Zusammenhalt der Vereine

Am Treffpunkt "Bei Eddi an d'r Eck" hat der Eifelverein mit einigen Helfern eine neue Sitzgruppe aufgestellt. Vorsitzende Brigitte Schäfer (2.v.l.) und Ortsvorsteher Thomas Müller (rechts) planen weitere Verschönerungen des Ortes. Foto: Eifelverein/Schäfer
Am Treffpunkt „Bei Eddi an d’r Eck“ hat der Eifelverein mit einigen Helfern eine neue Sitzgruppe aufgestellt. Vorsitzende Brigitte Schäfer (2.v.l.) und Ortsvorsteher Thomas Müller (rechts) planen weitere Verschönerungen des Ortes. Foto: Eifelverein/Schäfer

Sötenich – Als die Flut in der Nacht zum 15. Juli dieses Jahres über Sötenich hereinbrach, hinterließ sie im Ortskern Spuren der Verwüstung. Das Bürgerhaus als Dorfmittelpunkt wurde so stark zerstört, dass es abgerissen werden musste. Auch die Metzgerei und der Friseursalon an der Rinner Straße trugen derart schwere Hochwasser-Schäden davon, dass sich beide Inhaber entschlossen, ihre Geschäfte nicht mehr zu eröffnen. „Der Mittelpunkt des Dorfes ist weg“, bedauert Ortsvorsteher Thomas Müller. Nach der Flut: Sötenicher verschönern ihren Ort weiterlesen

„Die Leute haben Angst“

Gaststätte Gier schließt – Steigende Corona-Fallzahlen in Kall haben den Verein zu der Entscheidung veranlasst – Gäste bleiben aus und alle Buchungen für den Dezember wurde storniert

Die Traditionskneipe Gier in Kall schließt am 1. Dezember vorübergehend seine Pforten, nachdem die Corona-Fallzahlen in Kall extrem ansteigen. Foto: Reiner Züll
Die Traditionskneipe Gier in Kall schließt am 1. Dezember vorübergehend seine Pforten, nachdem die Corona-Fallzahlen in Kall extrem ansteigen. Foto: Reiner Züll

Kall – Aufgrund der steigenden positiven Testungen auf Covid-19 in der Gemeinde Kall und der seit Tagen extrem sinkenden Anzahl der Kneipen-Gäste hat der Vorstand des Vereins zur Erhaltung der Gaststätte Gier am Mittwochabend beschlossen, die Gaststätte ab dem 1. Dezember bis vorerst zum Jahresende zu schließen. „Wir stehen zu unserer Verantwortung, denn uns liegen die Sicherheit und die Gesundheit unserer Gäste und der Familien unseres Personals sehr am Herzen“, begründet  Vorstandsmitglied Reiner Züll die Entscheidung des Vereins. „Die Leute haben Angst“ weiterlesen

Spende für Training der Gewaltfreien Kommunikation

Kleiner Kunstraum am Historischen Rathaus unterstützt flutgeschädigtes Thomas-Eßer-Berufskolleg

Mit einer Verkaufsaktion von Bildern des Künstlers Gregor Zootzky hat der Kleine Kunstraum am Historischen Rathaus jetzt das flutgeschädigte TEB unterstützt. Foto: privat
Mit einer Verkaufsaktion von Bildern des Künstlers Gregor Zootzky hat der Kleine Kunstraum am Historischen Rathaus jetzt das flutgeschädigte TEB unterstützt. Foto: privat

Euskirchen – Im Oktober bot der Kleine Kunstraum am Historischen Rathaus in Euskirchen im Rahmen der Ausstellung „m.ü.l.l – meine Überreste lagern langfristig“ Bilder von Künstler Gregor Zootzky zu Verkauf an. Den Erlös der Aktion spendeten die Galeristin des Kleinen Kunstraumes, Anne Bergmann, und Gregor Zootzky jetzt an Thomas Pache den Vorsitzenden des Fördervereins des Thomas-Eßer-Berufskollegs (TEB). Spende für Training der Gewaltfreien Kommunikation weiterlesen

Düsseldorfer Denkmal erinnert an Maueler Arbeiter

Das Umschlagfoto des neues Jahreshefts zeigt das anderthalb Tonnen schwere Josef-Monument in Düsseldorf-Oberbilk, das an die Maueler Arbeiter erinnert, die 1860 mit Unternehmer Albert Poensgen nach Düsseldorf zogen. Coverbild: Alice Gempfer
Das Umschlagfoto des neues Jahreshefts zeigt das anderthalb Tonnen schwere Josef-Monument in Düsseldorf-Oberbilk, das an die Maueler Arbeiter erinnert, die 1860 mit Unternehmer Albert Poensgen nach Düsseldorf zogen. Bild: Alice Gempfer/GFS

Geschichtsforum Schleiden aktualisiert Jahresheft nach der Flutkatastrophe

Schleiden – Was hat ein anderthalb Tonnen schweres Monument in Düsseldorf-Oberbilk mit der Nordeifel zu tun? Diese Frage wird sich mancher Leser stellen, wenn er das frisch gedruckte Jahresheft 2022 des Geschichtsforums Schleiden in der Hand hält. Das von Alice Gempfer fotografierte Denkmal in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt erinnert an die Maueler Arbeiter, die im Jahr 1860 mit Unternehmer Albert Poensgen ihre Heimat verließen, um am Rhein ein neues Werk aufzubauen, mit dem sie weltweit Industriegeschichte schrieben. Dieser Ereignis hat Auswirkungen bis auf das heutige Düsseldorf und die auf diese Zeit zurückzuführenden Gaslaternen sind sogar als mögliches Unesco-Weltkulturerbe im Gespräch, erläutert Bernd Kehren in „Ein Denkmal für die Maueler Arbeiter“. Düsseldorfer Denkmal erinnert an Maueler Arbeiter weiterlesen

Norbert Toporowsky mit Geschichtspreis der Region Aachen ausgezeichnet

In seinem prämierten Buch wurden Vertreibung, Fluchtwege und Aufnahme in der Nordeifel anhand vieler Einzelschicksale aufgearbeitet

Professor Prof. Dr. Frank Pohle (links) vom Aachener Geschichtsverein gratuliert Preisträger Dr. Norbert Toporowsky aus Bronsfeld, rechts Laudator Marcel Perse. Foto: Siegfried Scholzen
Professor Prof. Dr. Frank Pohle (links) vom Aachener Geschichtsverein gratuliert Preisträger Dr. Norbert Toporowsky aus Bronsfeld, rechts Laudator Marcel Perse. Foto: Siegfried Scholzen

Eifel – Für sein Buch „Von Pimocken und Rucksackdeutschen“ wurde Dr. Norbert Toporowsky aus Bronsfeld mit dem Helmut A. Crous Geschichtspreis ausgezeichnet. Toporowsky ist bereits das zweite Mitglied des Geschichtsforums Schleiden, das diesen Preis erhielt. 2018 wurde der Schleidener Buchautor Franz Albert Heinen für sein Werk „Abgang durch Tod“ zur Zwangsarbeit 1939 bis 1945 mit dem Preis in der Kategorie „Privatforscher“ geehrt. Norbert Toporowsky mit Geschichtspreis der Region Aachen ausgezeichnet weiterlesen

Jungen Leuten während des Lockdowns Gemeinschaftsgefühl vermittelt

Lucas und Martijn Theisen und ihr Künstlerteam von „Spotlight Experience“ begleiteten Kinder und Jugendliche während der harten Phase der Pandemie mit einem Musical-Projekt durch die dunkle Zeit

Die Jugendlichen thematisierten Gefühle und Empfindungen beim Tragen einer Maske und setzten diese choreographisch eindrucksvoll um. Foto: Spotlight Experience
Die Jugendlichen thematisierten Gefühle und Empfindungen beim Tragen einer Maske und setzten diese choreographisch eindrucksvoll um. Foto: Spotlight Experience

Köln/Frechen/Grefrath – Die Corona-Pandemie war und ist vor allem für Kinder und Jugendliche eine schwierige Zeit. Die angemahnte soziale Distanz, das „Homeschooling“ und der Wegfall jeglicher Vereinsaktivität haben bei manchen jungen Leuten zu Vereinsamung und Depression geführt. Umso wichtiger war es, die Heranwachsenden zu ermutigen, ihre Erlebnisse, Gedanken und Gefühle während der Lockdownsituation auszudrücken, ihnen eine Stimme zu geben und diese Äußerungen ernst zu nehmen. Hier setzte ein Jugendprojekt von Lucas und Martijn Theisen von „Spotlight Eperience gUG“ an. Jungen Leuten während des Lockdowns Gemeinschaftsgefühl vermittelt weiterlesen

„Innen viel schöner, als man denkt“

In den Mobilraumelementen der Gemeinschaftsgrundschule Kall geht der Unterricht störungsfrei weiter, während in der flutgeschädigten Schule die lärmintensiven Arbeiten anlaufen – Bürgermeister Esser: „Allein dafür hat sich der Aufwand gelohnt“

Die Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsgrundschule Kall fühlen sich in ihren neuen mobilen Räumlichkeiten sehr wohl. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Die Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsgrundschule Kall fühlen sich in ihren neuen mobilen Räumlichkeiten sehr wohl. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Kall – Nur ein halbes Jahr lang war es den Schülerinnen und Schülern der Gemeinschaftsgrundschule Kall vergönnt, ihr schönes kernsaniertes neues Schulgebäude zu genießen. Kaum hatten die 264 jungen Leute sowie ihre Lehrerinnen und Lehrer sich am neuen Standort in der ehemaligen Hauptschule der Gemeinde eingelebt, da kam in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli die Flut, die auch vor der Grundschule nicht haltmachte. „Der komplette Schulkeller ist voll Wasser gelaufen, Technik, wie Heizungsanlage, EDV, Brandmeldeanlagen – alles wurde zerstört“, erinnerte sich jetzt Lothar Schatten von der Gemeinde Kall, der für den Wiederaufbau der Schule zuständig ist. Im Erdgeschoss habe das Wasser bis zu zehn Zentimeter hoch gestanden, sei unter den Estrich gelaufen und teilweise in die Wände eingedrungen. „Die Mineraldämmung unter dem Fußboden saugte sich voll, da half nur noch, den Fußboden komplett herauszunehmen“, so Schatten. „Innen viel schöner, als man denkt“ weiterlesen

30.000 Euro für Flutopfer

Von Reiner Züll Konzertierte Aktion – Die Firmen Breitegger, Hilger und Schäfer aus Kall spenden viel Geld an die Hilfsgruppe Eifel – Nach schneller materieller Hilfe nun auch finanzielle Unterstützung für betroffenen Familien in den Hochwassergebieten – Willi Greuel: „Bisher 342.000 Euro ausgezahlt“  

Dreimal 10.000 Euro übergaben die Kaller Firmeninhaber Mike Breitegger (links), Markus Schäfer (Mitte) und Micjhael Hilger (rechts) an Willi Greuel (2.v.r.) und Paul Schneider (2.v.l.) von der Hilfsgruppe Eifel. Foto: Reiner Züll
Dreimal 10.000 Euro übergaben die Kaller Firmeninhaber Mike Breitegger (links), Markus Schäfer (Mitte) und Micjhael Hilger (rechts) an Willi Greuel (2.v.r.) und Paul Schneider (2.v.l.) von der Hilfsgruppe Eifel. Foto: Reiner Züll

Kall – Sie haben mit ihren Arbeitsmaschinen direkt am Morgen nach der Flutnacht im Juli begonnen, den Menschen zu helfen und ihre eigenen Arbeitsaufträge hinten angestellt. Und jetzt im Nachhinein wollen drei Firmen aus Kall nach ihren materiellen Hilfen den Opfern der Flutkatastrophe in der Region auch finanzielle Unterstützung zukommen lassen, indem sie der Hilfsgruppe Eifel jeweils 10.000 Euro gespendet haben. 30.000 Euro für Flutopfer weiterlesen

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