Archiv der Kategorie: Gesellschaft und Soziales

Im Kreis Euskirchen verdienen Frauen zwölf Prozent weniger als Männer

Corona-Pandemie hat alte Rollenbilder verfestigt und vielen Frauen den Job gekostet – Frauen haben Männer bei den Bildungsabschlüssen in den vergangenen Jahren überholt

Besonders im Gastgewerbe waren Frauen in der Krise besonders stark von einem Arbeitsplatzverlust betroffen. Bild: NGG
Besonders im Gastgewerbe waren Frauen in der Krise besonders stark von einem Arbeitsplatzverlust betroffen. Bild: NGG

Kreis Euskirchen – Zum Internationalen Frauentag am Dienstag, 8. März, weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) auf große Einkommensunterschiede zwischen den Geschlechtern im Kreis Euskirchen hin. „Frauen, die eine Vollzeitstelle haben, verdienen im Kreis aktuell zwölf Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Während der mittlere Vollzeit-Verdienst von Männern bei 3.384 Euro pro Monat liegt, kommen Frauen lediglich auf 2.974 Euro“, so die NGG-Region Köln unter Berufung auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. „Es kann nicht sein, dass Frauen in puncto Bezahlung trotz gleicher Arbeitszeit systematisch den Kürzeren ziehen“, kritisiert Gewerkschafterin Manja Wiesner. Im Kreis Euskirchen verdienen Frauen zwölf Prozent weniger als Männer weiterlesen

Hilfsgruppe Eifel will sich um Flüchtlinge aus der Ukraine kümmern

Von Reiner Züll Der Krieg im Nachbarland Polens beschäftigt auch die Hilfsgruppe Eifel – Willi Greuel: „Wir schlittern von einer Katastrophe in die andere“ – Auch im Kreis Euskirchen wird Hilfe dringend nötig sein – „Da kommt viel Leid auf uns zu“

Hilfsgruppen-Chef Willi Greuel (Mitte) bei einem Besuch auf der Kinderstation des Tschernobyl-Hospitals in Lviv. Dunkle Flure und marode Kinderzimmer veranlassten die Hilfsgruppe, die Kinderstation für rund 200.000 Euro komplett zu sanieren. Archivbild: Reiner Züll
Hilfsgruppen-Chef Willi Greuel (Mitte) bei einem Besuch auf der Kinderstation des Tschernobyl-Hospitals in Lviv. Dunkle Flure und marode Kinderzimmer veranlassten die Hilfsgruppe, die Kinderstation für rund 200.000 Euro komplett zu sanieren. Archivbild: Reiner Züll

Kall – Willi Greuel, Vorsitzender Hilfsgruppe Eifel, ist bestürzt über die Heftigkeit des  Krieges in der Ukraine, dessen Folgen sich nun auch bis in den Kreis Euskirchen hinein auswirken. Erste Flüchtlinge aus dem geschundenen  Land, in dem die Hilfsgruppe bis 2005 mehrere Hilfsprojekte in Kliniken realisiert hat, seien bereits im Kreis Euskirchen angekommen. „Wir werden hier helfen, wo Hilfe benötigt wird“, sagte Willi Greuel gestern Nachmittag: „Schnell und unbürokratisch auf Hilfsgruppen-Art“.  Dabei hofft er auf die Unterstützung der Eifeler Bevölkerung. Hilfsgruppe Eifel will sich um Flüchtlinge aus der Ukraine kümmern weiterlesen

Blaulichtfamilie hält zusammen

Rettungswache in Rescheid erhielt neuen RTW, weil MHD in Magdeburg verzichtete

Am Kreishaus in Euskirchen wurde der neue RTW an das DRK übergeben. Foto: C. Lawlor / Kreis Euskirchen
Am Kreishaus in Euskirchen wurde der neue RTW an das DRK übergeben. Foto: C. Lawlor / Kreis Euskirchen

Kreis Euskirchen – Der Rettungswagen der Rettungswache in Hellenthal-Rescheid sollte nach einigen treuen Dienstjahren turnusmäßig in den verdienten Ruhestand gehen, so dass im Frühjahr der Auftrag für das Nachfolge-Fahrzeug erteilt wurde. Das war vorausschauend, denn bis zur Auslieferung vergeht oft deutlich mehr als ein Jahr. Dann kam die Flut – und der Totalschaden. Das Fahrzeug wurde in der Flutnacht bei einem Einsatz zerstört, wobei glücklicherweise niemand verletzt wurde. Allerdings stand die Rettungswache nun ohne Einsatzfahrzeug da. Blaulichtfamilie hält zusammen weiterlesen

Eifel-Stiftung übernimmt Kronenburger Landschaftspflege

Über 20 Jahre lang kümmerte sich der ortsansässige Eifelverein um die Instandhaltung der Freiflächen am Burgberg

Die Streuobsthänge am Burgberg in Kronenburg. Bild: Gemeinde Dahlem
Die Streuobsthänge am Burgberg in Kronenburg. Bild: Gemeinde Dahlem

Dahlem-Kronenburg – Seit 1999, also seit nunmehr 23 Jahren, hat sich die Eifelverein-Ortsgruppe die Landschaftspflege rund um den Burgort Kronenburg zur Aufgabe gemacht. Die Abhänge waren im Mittelalter das Glacis, also die freie Fläche außerhalb der Stadtmauer, später wurden daraus bei Bedarf Gärten und Streuobstwiesen, die wieder verfielen, oder sogar Abfallkippen. Das brachliegende Gelände wurde zunehmend von Gebüschen und Bäumen erobert mit der Folge, dass Burgruine und Siedlung von umliegenden Aussichtspunkten und dem nahen Rundweg nicht mehr zu sehen waren. Eifel-Stiftung übernimmt Kronenburger Landschaftspflege weiterlesen

10.000 Euro für den Wiederaufbau

Verein „AXA von Herz zu Herz“ unterstützt Suchthilfe der Caritas Euskirchen bei Beseitigung der Flutschäden an der Einrichtung des Betreuten Wohnens in Euskirchen-Euenheim

Wollen mit der AXA-Spende eine Einrichtung der Suchthilfe wiederherstellen: Maria Surges-Brilon (v.l.), Vorstand Caritas, und Dorothee Koch von der Caritas-Suchthilfe. Foto: Carsten Düppengießer
Wollen mit der AXA-Spende eine Einrichtung der Suchthilfe wiederherstellen: Maria Surges-Brilon (v.l.), Vorstand Caritas, und Dorothee Koch von der Caritas-Suchthilfe. Foto: Carsten Düppengießer

Euskirchen – „Wir haben eine sehr gute Nachricht für Sie“, damit beginnt eine E-Mail, die Caritasmitarbeiterin Dorothee Koch jetzt erreicht hat. Der Verein „AXA von Herz zu Herz“ unterstützt die Wiederherstellung des von der Flutkatastrophe im Sommer letzten Jahres schwer getroffenen „Vinzenz von Paul Hauses“ mit 10.000 Euro. Diese Caritas-Einrichtung des Betreuten Wohnens in Euskirchen-Euenheim bietet Wohnmöglichkeiten für 17 suchtkranke Menschen. „Das Vinzenz von Paul Haus, ein historisches ehemaliges Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert, liegt in unmittelbarer Nähe zum Veybach und wurde in der Flutnacht hart getroffen“, so Caritasvorstand und zuständige Bereichsleiterin Maria Surges-Brilon. Der Keller und weite Teile des Erdgeschosses wurden überflutet und zerstört. 10.000 Euro für den Wiederaufbau weiterlesen

15.000 Euro für Kaller Kinder- und Jugendeinrichtungen

Energieversorger e-regio brachte großen Scheck in die Kommune – Bürgermeister Hermann-Josef Esser verteilte das Geld an drei Jugendeinrichtungen in der Gemeinde

e-regio-Geschäftsführer Markus Böhm (links) übergab einen symbolischen Scheck in Höhe von 15.000 Euro an den Bürgermeister der Gemeinde Kall, Hermann-Josef Esser (rechts), der das Geld wiederum an drei Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe in seiner Kommune weiterreichte, und zwar an Christine Augsten (v.l.) vom Jugendgästehaus Dalbenden, Helmut Puschmann und Tochter Mona vom Haus Waltrud sowie Susanne Beckschwarte vom Hermann-Josef-Haus. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
e-regio-Geschäftsführer Markus Böhm (links) übergab einen symbolischen Scheck in Höhe von 15.000 Euro an den Bürgermeister der Gemeinde Kall, Hermann-Josef Esser (rechts), der das Geld wiederum an drei Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe in seiner Kommune weiterreichte, und zwar an Christine Augsten (v.l.) vom Jugendgästehaus Dalbenden, Helmut Puschmann und Tochter Mona vom Haus Waltrud sowie Susanne Beckschwarte vom Hermann-Josef-Haus. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Kall – „Sieben Monate liegt die Flut nun schon zurück, und sie ist uns allen immer noch präsent“, sagte der Geschäftsführer der e-regio, Markus Böhm, jetzt bei einem Pressetermin am Haus Waltrud in Kall. Böhm war nach Kall gekommen, um Bürgermeister Hermann-Josef Esser 15.000 Euro des Euskirchener Energieversorgers zu überreichen, die Esser wiederum an drei Einrichtungen der Kinder- und Jugendpflege in seiner Kommune weitergab. 15.000 Euro für Kaller Kinder- und Jugendeinrichtungen weiterlesen

Neue Infotafel erinnert an das einstige Zwangsarbeiterlager bei Berk

Initiator Dietrich Schubert besuchte mit den Autoren Franz Albert Heinen und Dieter Lenzen, die von ihnen lokalisierten Plätze und fertigte Bilder mit einer Großformatkamera an – Massengrab mit polnischen und sowjetischen Zwangsarbeitern

Mit einer kleinen Infotafel auf dem Parkplatz an der Landstraße 17 zwischen Berk und Neuhaus wird auf das frühere Zwangsarbeiterlager aufmerksam gemacht. Initiator Dietrich Schubert (v.r.), Dahlems Bürgermeister Jan Lembach und Manfred Braun, Ortsbürgermeister von Berk (von rechts) an der neuen Tafel. Bild: Gemeinde Dahlem
Mit einer kleinen Infotafel auf dem Parkplatz an der Landstraße 17 zwischen Berk und Neuhaus wird auf das frühere Zwangsarbeiterlager aufmerksam gemacht. Initiator Dietrich Schubert (v.r.), Dahlems Bürgermeister Jan Lembach und Manfred Braun, Ortsbürgermeister von Berk (von rechts) an der neuen Tafel. Bild: Gemeinde Dahlem

Dahlem-Berk – Zwischen dem Ort Berk und dem Kreisverkehr Neuhaus an der Landesstraße 17 in der Gemeinde Dahlem hatten die Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg vor über 80 Jahren ein Arbeitslager eingerichtet. Nachdem dort zunächst Arbeitskolonnen für die Errichtung des Westwalls untergebracht waren, wurde die Anlage ab 1941 als Zwangsarbeitslager geführt. Polnische und sowjetische Zwangsarbeiter wurden menschenunwürdig untergebracht und kamen hier auch zu Tode, was unter anderem ein später entdecktes Massengrab oberhalb des Lagers dokumentiert. Nach dem Krieg wurden die Baracken noch einige Jahre als Unterkunft für Kriegsflüchtlinge genutzt, bevor das Lager in den 1950er Jahren vollständig abgerissen wurde. Neue Infotafel erinnert an das einstige Zwangsarbeiterlager bei Berk weiterlesen

Rund 600 Ersthelfer unterstützen mittlerweile den Rettungsdienst

Ein Jahr „Corhelper“:  In 164 Einsätzen mehrere Menschen vor dem Tod bewahrt

Sie freuen sich über die tolle Resonanz zur Corhelper-Initiative: (v.l.) Landrat Markus Ramers, Geschäftsbereichsleiterin Julia Baron sowie Martin Fehrmann und Martin Duske von der Abteilung Gefahrenabwehr. Foto: W. Andres / Kreisverwaltung Euskirchen
Sie freuen sich über die große Resonanz zur Corhelper-Initiative: (v.l.) Landrat Markus Ramers, Geschäftsbereichsleiterin Julia Baron sowie Martin Fehrmann und Martin Duske von der Abteilung Gefahrenabwehr. Foto: W. Andres / Kreisverwaltung Euskirchen

Kreis Euskirchen – Rund 600 Ersthelfer, die bisher in 164 Fällen zum Einsatz gekommen sind und mehreren Menschen das Leben retten konnten: Das ist die Bilanz ein Jahr nach Einführung der Ersthelfer-App im Kreis Euskirchen. „Wenn wir nur ein einziges Leben hätten retten können, wäre es schon ein Erfolg gewesen. Dass es so viele geworden sind, freut mich umso mehr“, sagt Landrat Markus Ramers. „Mich beeindruckt vor allem, dass sich in so kurzer Zeit 600 potentielle Lebensretter gemeldet haben. Das zeigt, dass Hilfsbereitschaft und Solidarität hier großgeschrieben werden.“ Rund 600 Ersthelfer unterstützen mittlerweile den Rettungsdienst weiterlesen

Caritas Eifel bietet Treffen für Alleinerziehende

Der monatliche „Ein-Eltern-Salon“ findet nach der Flut wieder statt

Gina Götz begleitet die Gruppe gemeinsam mit Judith Pelzer. Bild: Verena Brandenburg
Gina Götz begleitet die Gruppe gemeinsam mit Judith Pelzer. Bild: Verena Brandenburg

Schleiden – Der Caritasverband für die Region Eifel bietet in Kooperation mit dem Familienbüro des Kreises Euskirchen und Rechtsanwältin Dr. Judith Pelzer den sogenannten „Ein-Eltern-Salon“ an, ein Angebot speziell für Alleinerziehende. Hintergrund sind die besonderen Belastungen im Alltag, denen Alleinerziehende stets ausgesetzt sind: sie tragen eine hohe Verantwortung für ihr Kind oder ihre Kinder, müssen ohne einen Partner an ihrer Seite zahlreiche Aufgaben bewältigen und wichtige Entscheidungen treffen. Die Kooperationspartner möchten sie daher stärken, damit sie den familiären Alltag möglichst erfüllt gestalten können. Caritas Eifel bietet Treffen für Alleinerziehende weiterlesen

„Jeder Mensch hat eine Chance verdient“

Bei der Bäckerei Bell arbeiten auch Menschen mit Einschränkungen – NEW Job bringt Arbeitgeber und Suchende mit Handicap niederschwellig zusammen

Wir alle essen vom selben Brot, ist das Motto von NEW JOB -Coach Thorsten Baur (l.) und Markus Bell, Inhaber der Bäckerei Bell, in der auch Menschen mit Behinderungen ihren Platz finden können. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Wir alle essen vom selben Brot, ist das Motto von NEW JOB -Coach Thorsten Baur (l.) und Markus Bell, Inhaber der Bäckerei Bell, in der auch Menschen mit Behinderungen ihren Platz finden können. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Euskirchen/Blankenheim – „Jeder Mensch hat eine Chance verdient“, betont Markus Bell, Inhaber des Familienunternehmens Bäckerei Bell in Blankenheimerdorf. Ausbildung im eigenen Betrieb ist für ihn ebenso selbstverständlich wie das Bereitstellen von Praktikumsplätzen – auch für Menschen mit Behinderungen. „Ich habe beispielsweise beste Erfahrungen mit einem Schüler einer Förderschule gemacht. Nach einem Langzeitpraktikum ist er jetzt fest im Team, kann sich Wohnung und Auto leisten und unabhängig von staatlichen Hilfen leben – ich bin mit ihm sehr zufrieden“, sagt Bell. „Jeder Mensch hat eine Chance verdient“ weiterlesen